Die Südsee – Mehr als ein Lebenstraum

Die Südsee – Mehr als ein Lebenstraum

 

Fahre in die Welt hinaus, sie ist fantastischer als jeder Traum.

Ray Bradbury

 Ein guter Monat ist seit unserer Rückkehr mittlerweile vergangen… fünf Wochen voller Freude, schöner Momente und gemütlicher Stunden mit den Lieben zu Hause. Wir genießen es zu einhundert Prozent in gewohnter Umgebung zu sein, wir fühlen uns wohl zu Hause und wir versuchen, die Arbeit wieder als Teil unseres Lebens zu akzeptieren… 

Doch was passiert eigentlich in unseren Köpfen…? Im ersten Moment erscheint alles so normal, unser Umfeld begegnet uns, als wären wir nie weg gewesen. Doch unsere Seelen arbeiten, sie sind durcheinander, finden sich in einigen Abläufen nur schwer zurecht. Wir fühlen uns irgendwie “zwischen den Welten” und realisieren mehr und mehr, dass uns das Reisen unbewusst verändert.

Das Schöne am Reisen ist, dass du nie so zurückkommst, wie du gegangen bist.

Woran denken wir, wenn wir während Besprechungen mit Kollegen mehr und mehr abschweifen… an was erinnern wir uns, wenn wir dem deutschen Hamsterrad wieder Einkehr gewähren müssen? Wir haben das große Glück, in einer Kiste unendlich vieler wundervoller Erinnerungen graben zu können. Unser persönlicher Zufluchtsort ist meist die Südsee! Es ist die jüngste aller Erinnerungen und der komplette Gegensatz zum heimischen Alltag! Unser persönlicher “Happy Place”, unser gemeinsamer Treffpunkt, wenn der Alltag zu viel wird, unser Versteck, wenn niemand uns finden soll…

 Der Südpazifik… ein Sehnsuchtsort mit den weißesten Stränden und den blauesten Lagunen. Wir sitzen auf unserem Paddelboard und lassen uns einfach treiben. Inmitten der buntesten Fische im kristallklaren Wasser sind wir unendlich glücklich, grenzenlos frei und mehr als zufrieden. Wir lächeln uns an und realisieren nur langsam, dass dieser Moment die Erfüllung eines absoluten Lebenstraumes ist! 

Als Südpazifik, oder im deutschen Sprachgebrauch auch Südsee, Ozeanien oder Polynesien, wird die südwestliche Inselwelt des Pazifischen Ozeans bezeichnet. Was für viele der Inbegriff einer wundervollen Reise in das Paradies ist und aufgrund der Entfernung von ungefähr 15.000 Kilometern meist ein Traum bleibt, sollte für uns tatsächlich Wirklichkeit werden… Schon lange Zeit vor dem Start unseres großen Abenteuers stand fest, dass wir die letzten Tage unserer Reise gern auf einer Insel in der Südsee verbringen möchten. Was von Deutschland eine Anreise von über 30 Stunden bedeutet, ist von Neuseeland in nur fünf Stunden erledigt… ein Grund mehr, diese Chance definitiv zu nutzen! Allein der Weg nach Aitutaki ist ein echtes Erlebnis, welches wir wohl nie vergessen werden…

Obwohl es keineswegs der erste Flug mit einer kleineren Maschine für uns war, ist es hier, inmitten des Pazifiks doch noch etwas speziell 🙂 Aber wer in das Paradies möchte, muss auch eine „etwas“ holprige Anreise in Kauf nehmen. Die Piloten der Air Rarotonga haben im Übrigen die Einstellung: “Je bewölkter und stürmischer der Himmel, desto schöner wird der Flug!” Endlich etwas Action in dem friedlichen Inselparadies! Nicht gerade vertrauenswürdig, diese Aussage…? Wer Ski fährt und schon einmal auf der Buckelpiste unterwegs war, kann sich ungefähr vorstellen, wie wir in der Saab 340 (im Übrigen hintereinander) 40 Minuten unseres Lebens ganz fest an eine sichere Ankunft geglaubt haben und eine von uns sogar einen kurzen Moment den Ansatz eines kleinen Gebets in sich gemurmelt hat. 

Die kleine Insel Aitutaki hat etwa 1900 Einwohner und ist mit einer Fläche von 18 Quadratkilometern die sechstgrößte der Cookinseln. Verwaltungstechnisch gehören diese zu Neuseeland, verfügen aber dennoch über ein eigenes Staatswesen. Als so genanntes gekipptes Atoll, befindet sie sich am Rande einer großen Lagune. Dazu gehören noch 15 kleinere Inseln (Motus), wovon drei vulkanischen Ursprungs sind und zwölf Koralleninseln. Auf Wikivoyage heißt es: “Aitutaki zählt zu den schönsten Lagunen der Welt. Fragt man die Insulaner, so ist es natürlich die schönste der Welt. Es gibt auf der Insel keinen Massentourismus und die Hotels oder Bungalowanlagen sind sehr klein. Von daher ist die Insel ein Ort der Entspannung und es ist kein Problem am Strand fast allein zu sein.” All’ das können wir tatsächlich zu hundert Prozent bestätigen!

Auf die Frage, was wir eigentlich den lieben langen Tag in der Südsee machen, haben wir leider nur eine kurze, langweilige und unspektakuläre Antwort… nämlich NICHTS 🙂 Wir wohnen in einer kleinen Hütte am Strand, liegen im Sand, genießen die wohl schönste Badewanne der Welt direkt vor unserer Haustür, paddeln entlang des Korallenriffs, beobachten die Meeresbewohner und freuen uns über das SÜSsE NICHTSTUN.

Wir spazieren durch das kristallklare Wasser, fahren mit den Einheimischen auf die umliegenden Inseln, gehen Schnorcheln und radeln ab und an in den nächsten Inselmarkt. Viele Dinge, speziell Lebensmittel, sind hier bis zu achtmal so teuer wie in Deutschland. Gesunde, frische Verpflegung und Getränke sind eine Art Luxusgut. Da die Cookinseln einfach zu wenig Platz für Industrie, große Felder und üppige Weiden bieten, muss hier fast alles importiert werden… und das kostet! Als Fan von Instant-Nudeln und sonstigem Dosenfutter kann hier trotzdem jeder zu einigermaßen normalen Preisen einkaufen… der traurige Beweis dafür sind die Südsee-Insulaner selbst. Die Einheimischen zählen nachweislich zu den weltweit dicksten Menschen und gehören zu den Spitzenreitern dieser bitteren Statistik. Ein Mix aus mangelnder Bewegung (hier wird trotz der kurzen Strecken alles mit dem Auto oder Roller gefahren) und zu viel ungesunder Nahrung stellt die Bevölkerung früher oder später vor neue Herausforderungen. Die Meinung der Polynesier selbst ist allerdings, dass die Übergewichtigen gute Menschen sind, weil ihnen Nahrungsmittel als Geschenk gegeben wird. Hier gilt das Dicksein noch als echtes Statussymbol. Allein die positive, fröhliche und unbekümmerte Grundstimmung, welche wir bereits mit Ankunft am Flughafen durch sanfte Südsee – Ukulelen – Klänge und herzhaft lachende Menschen einfangen dürfen, lässt das ganze Leben hier völlig sorgenfrei erscheinen. DIE LEICHTIGKEIT DER SCHWERGEWICHTE – Eine einzigartige Lebenseinstellung inmitten des Südpazifiks! 

 

 

Kirklandphotos – https://www.100urlaubsziele.de/cook-inseln-suedsee-urlaub/

Glücklich oder unglücklich sind wir nicht durch unsere Lebenslage, sondern durch unsere Einstellung zum Leben.

Asiatisches Sprichwort

Selbst die Aneinanderreihung hunderter positiver Eigenschaftswörter, würden unsere Zeit, unsere Eindrücke, unsere Gefühle und Gedanken hier nicht annähernd wiedergeben könnten. Wir wissen nicht, ob es irgendwann, irgendwie und irgendwo noch Orte für uns geben wird, welche eine derartige Schönheit, Einzigartigkeit, Besonderheit und Bedeutsamkeit ausstrahlen. Für uns ist die Südsee mehr als nur ein Stück Südpazifik. Sie ist der Abschluss einer wundervollen, abenteuerlichen, beispiellosen, einmaligen, außergewöhnlichen, unvergleichlichen, aufschlussreichen, sensationellen und vor allem unvergessenen Zeit zu zweit!

Glücklich und stolz blicken wir zurück auf das wohl größte Abenteuer unseres Lebens. Zwischen all’ den Erlebnissen, Eindrücken und Geschichten haben wir gelernt, viele Dinge auf dieser Welt einfach so hinzunehmen, wie sie sind. Wir wissen mehr denn je, dass wir zusammen gehören, sind um einiges reicher an Erfahrungen, Toleranz sowie Respekt und blicken gemeinsam in ein und dieselbe Richtung. Am Ende können wir mit einem breiten Lächeln behaupten, die wohl wertvollste Erkenntnis erlangt zu haben… nämlich zu wissen, wo Wir2 hingehören… an den Ort, wo unsere Familien und Freunde immer auf uns warten werden… UNSERE HEIMAT!

Der Mensch bereist die Welt auf der Suche nach dem, was ihm fehlt. Und er kehrt nach Hause zurück, um es zu finden.

George Moore

Wir danken allen unseren lieben Zuhausegebliebenen für die unglaublich tolle Unterstützung, das Interesse und die Kreativität hinsichtlich vieler unvergessener Erinnerungen und Bilder unserer Reise 🙂

Man sollte sich mehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben nehmen. Reisen, Entspannung, gutes Essen und Zeit am Meer mit dem Lieblingsmenschen.

Fortsetzung einer traumhaft schönen Zeit im Land der Hobbits…

Fortsetzung einer traumhaft schönen Zeit im Land der Hobbits…

TEIL 2 – Die Nordinsel

Der Nordinsel Neuseelands eilt der Ruf voraus, sie sei weniger schön als ihre südliche Schwester. Sie ist kleiner, beherbergt drei viertel aller Einwohner des kompletten Landes und besitzt die größeren Städte. Egal ob man andere Reisende, erfahrene Langzeitauswanderer oder das Internet befragt… die Empfehlungen, weniger Zeit für den Norden einzuplanen, sind immer gleich. Auch wir haben der Nordinsel nur sieben unserer insgesamt 25 Tage gewidmet, haben längst nicht alles gesehen, können aber dennoch bestätigen, dass die Zeiteinteilung gerechtfertigt ist… wahrscheinlich liegt das aber an der völligen Reizüberflutung während der Tour über die unglaublich abwechslungsreiche und atemberaubende Südinsel… denn zu sagen, der Norden Neuseelands sei nicht schön, wäre schlichtweg gelogen und unfair gegenüber den tollen Erlebnissen unserer letzten Woche im „Land der langen weißen Wolke“.

Unsere Tour auf der Nordinsel
Wir waren uns von Anfang an einig, dass wir keine Großstädte anschauen möchten, diese weitestgehend meiden und versuchen zu umfahren… so auch die Hauptstadt. Sicherlich gibt es dort einiges zu sehen und der Charme soll ein ganz besonderer sein, welcher für uns aber irgendwie uninteressant war. Zwar legte unsere Fähre direkt im Hafen von Wellington an, aber wir flüchteten sofort Richtung Norden, raus der Metropole, weg von all‘ den Menschen, rein in die Natur… immer Richtung MEER 🙂

Trotzdem müssen wir fairerweise sagen, dass Neuseeland wirklich sehr, sehr hübsche, gemütliche und teilweise verschlafene kleine Städtchen und Dörfchen hat. Egal wie winzig der Ort ist, es gibt meist eine Tankstelle, mindestens einen Tante-Emma-Laden mit allem, was das Herz begehrt und ein Geschäft für Autoreparaturen oder große Landmaschinen. Oft findet man in den Seitengassen die schönsten Cafés mit den leckersten Kuchen. Die Menschen leben nach einer anderen Uhr als wir in Deutschland… hier heißt das die „INSELZEIT“…nicht hetzen, nicht stressen, nicht nerven, von vornherein mehr ZEIT für alles einplanen… sich ZEIT nehmen… ZEIT haben… Leben und leben lassen! 

Wir können uns nicht erinnern, dass wir nur einen einzigen gestressten, mies gelaunten Menschen getroffen oder zumindest gesehen haben. Die Neuseeländer haben Spaß an ihren Jobs. Sie lachen, wenn sie Dir deinen Kaffee servieren und grinsen noch mehr, wenn sie dir in der Baustelle das „Stop“- oder „Go“- Schild entgegenstrecken können! Selbst wenn der Verkehr durch eine Ampel geregelt wird, es gibt IMMER mindestens einen Bauarbeiter, der freundlich lächelt und grüßt. Ohne Mist… hier freuen wir uns tatsächlich über jegliche Art von Wartezeit aufgrund des Straßenbaus… einfach weil die Menschen so glücklich und freundlich sind! Und wir alle wissen genau, wie jeder einzelne von uns zu Hause auf deutschen Straßen flucht, vor „vermeintlicher Verzweiflung“ in das Lenkrad beißt und Tag für Tag dem Autofahrer-Tourette-Syndrom verfällt! Gibt es eigentlich einen einzigen vernünftigen Grund dafür? NEIN! …aber das werden wir wohl nie lernen! 🙁 Es gibt hier zum Beispiel auch hunderte dieser einspurigen Brücken – das heißt während einer fahren darf, muss der andere warten… UND das funktioniert ohne böse Blicke, Gemecker oder Gehupe! Ganz im Gegenteil, auch wenn derjenige zuerst fährt, der eigentlich keine Vorfahrt hatte (das ist mit dicken und dünnen Pfeilen geregelt), wird sich immer noch freundlich gegrüßt und für die Vorfahrt bedankt. Es gibt Dinge, welche wir uns nach unserer Reise behalten wollen, und das gehört definitiv dazu…

„Gelassen bleiben und lächeln – die hohe Kunst der Selbstbeherrschung!“

Als eine der schönsten Wanderungen Neuseelands wird er angepriesen – der Tongariro Alpine Crossing – eine knapp 20 Kilometer lange Tour durch die Vulkanlandschaft der Nordinsel. Doch die große Beliebtheit und ein mittelmäßiger Schwierigkeitsgrad führt leider auch zu einer regelrechten Massenbewegung! Der Tongariro Crossing wird jährlich von circa 25.000 Wanderern begangen und in Spitzenzeiten tummeln sich um die 700 Menschen pro Tag auf dem Weg! Also wenn jemand eine Wanderung in Neuseeland macht, dann ist es vermutlich genau diese! Wir hatten es schon befürchtet und es ist tatsächlich eingetreten… gefühlt reihen sich hier alle Touristen Neuseelands aneinander und überqueren das Vulkanmassiv gemeinsam. Und ihr wisst, wie sehr wir uns über viele unbekannte Menschen in unserer Nähe freuen! Trotz unseres Starts um 6:30 Uhr waren wir hier alles andere als allein. Es blieben uns also zwei Möglichkeiten… entweder abwarten und die Massen erst einmal laufen lassen (wobei wir nicht wissen wieviele Millionen noch nachkommen) oder sich schnellen Fußes vorn an die Spitze setzen 🙂 Also im Grunde gab es nur DIE EINE Möglichkeit! …Und hier möchten wir gleich anmerken (speziell diejenige, welche vornweg läuft), dass wir solche überaus wichtigen, das weitere Zusammenleben tangierenden, sportlich höchst anspruchsvollen, die Laune des halben Tages betreffenden, grundlegenden Entscheidungen immer GEMEINSAM treffen! …nur falls hier bei unseren treuen Lesern vielleicht ein falsches Bild entsteht… von der Sklaventreiberin oder Ähnlichem 🙂

Es ist im Grunde immer der gleiche Ablauf… Wir schniefen und fluchten beide ununterbrochen in uns hinein und fragten uns wieder und wieder, was wir hier eigentlich tun… um letztendlich festzustellen, dass sich jede einzelne Schweißperle gelohnt hat und wir dem inneren Schweinehund einmal mehr gezeigt haben, wer hier der Boss ist 🙂 Die menschliche Perlenkette bröckelte und mit jedem Meter konnten wir die Landschaft dieses faszinierenden Nationalparks der Nordinsel mehr und mehr genießen… was auch die jährlichen Besucherzahlen erklärt… denn einfach alles hier, im Weltkultur- und Weltnaturerbe der UNESCO ist wunderschön.

Aber es ist nicht die Überquerung des Massivs allein, welche diese Region so besonders macht… denn fährt man weiter durch die vulkanisch aktiven Zonen, dampft es aus nahezu jeder Erdspalte… in der Mitte des Kreisverkehrs, in den Wäldern und zwischen den Häusern steigt der “weiße Rauch” empor. Beinahe beängstigend bei der Vorstellung, wie es wohl unter der Erdoberfläche brodelt. Richtig hautnah ist das alles im Wai-O-Tapu-Nationalpark zu erleben, dessen Name seinen Ursprung in der Maori-Sprache hat und als “heiliges Wasser” übersetzt wird. Auf einer 18 Quadratkilometer großen Fläche können wir an Kratern, heißen Quellen, durch Minerale gefärbte Tümpel sowie Schlammteiche, aus welchen Gase aufsteigen und an der Oberfläche als Schlammblase zerplatzen, vorbei spazieren. Die Luft ist extrem schwefelhaltig und besitzt dadurch einen gewöhnungsbedürftigen, ab und an auch kopfschmerzbereitenden, nach faulen Eiern riechenden Duft…

Und dann ist da noch Lady Knox! Diese impulsive Dame zeigt jeden Morgen, pünktlich kurz nach zehn Uhr, was sie für eine Kraft hat! Allerdings ist dieser Geysir leider kaum oder gar nicht mehr selbst aktiv (hier scheiden sich jedoch die Geister, denn die Neuseeländer erzählen den Touristen das Gegenteil). Der Geysir reagiert nur, wenn in seine Öffnung Seife eingefüllt wird. Dadurch entstehen zwischen 10 und 20 Meter hohe Fontänen, welche über mehrere Stunden sprudeln können. Wir haben uns das Spektakel trotzdem angeschaut… manchmal muss es eben Touri sein 🙂

Langezeit haben wir das folgende Thema vor uns hergeschoben… und dennoch haben wir uns für die Fahrt in das „Auenland“ entschieden. Ja, wir gehören zu den (tatsächlich) 40 Prozent der Hobbiton-Besucher, welche weder die Filme gesehen, noch die Bücher gelesen haben! Als Unwissende und vollkommene Banausen hinsichtlich der Hobbit-Trilogien beginnen wir natürlich erst einmal zu googeln! Wir sind im Land der Hobbithöhlen, in Mittelerde, in Beutelsend… und wollen die wohl einmalige Chance nutzen, das auch zu sehen und vor allem zu verstehen! Aber um was genau geht es überhaupt …?

Wikipedia sagt unter anderem… „Hobbits oder Halblinge sind fiktive, 60 bis 120 cm große menschenähnliche Wesen in der von J.R.R. Tolkien geschaffenen Fantasiewelt Mittelerde. Sie spielen in den Romanen „Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“ eine tragende Rolle, ebenso in den Verfilmungen von Sir Peter Jackson. Die Proportionen des Körperbaues entsprechen dabei weitgehend denen eines normal ausgewachsenen Menschen. Außerdem haben sie behaarte und außergewöhnlich große Füße mit lederartigen Sohlen und tragen selten Schuhe. Weitere Merkmale sind lockige Haare sowie charismatische, aber selten wirklich schöne Gesichter. Trotz aller Unterschiede sind Hobbits eine Nebenlinie der Menschen Mittelerdes und tragen damit das gleiche Schicksal wie diese: die Sterblichkeit von Körper und Seele. Nach ihrer großen Wanderung wurde das Auenland die Heimat der Hobbits. Das hügelige Auenland befindet sich im Westen von Mittelerde und ist zum Bau von Hobbithöhlen gut geeignet.“ Und dieses Stückchen Erde auf einer Privatfarm der Familie Alexander schauen wir uns jetzt erst einmal genauer an…

Es ist wirklich verrückt, wie liebevoll Hobbiton auch heute noch, Jahre nach den Dreharbeiten, gepflegt wird… hier stimmt einfach jedes Detail. Fruchtbare Gärten, gerade geerntetes Gemüse, frisch gewaschene Wäsche und dampfende Schornsteine… fehlen nur noch Bilbo und Frodo! Mindestens eine von uns fühlt sich hier richtig wohl… endlich Häuser in der passenden Größe 🙂 Fest steht auf jeden Fall, dass sich der Besuch auch für NICHT-Hobbit-und-Herr-der-Ringe-Nerds lohnt und dass wir uns die Filme an einem oder eher mehreren gemütlichen Abenden in der Heimat unbedingt anschauen müssen!
Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal Neuseelands ist das inoffizielle Nationalsymbol – der KIWI. Ein eigentlich unscheinbarer, flugunfähiger Vogel, ungefähr so groß wie ein Huhn, welcher aufgrund seiner Einzigartigkeit und Seltenheit zu DEM Tier des Landes geworden ist. Langezeit hatte der kleine Kiwi in seinem Inselparadies keinerlei Feinde, er musste sich nicht verstecken, wurde nicht gejagt und stand in der Nahrungskette ganz oben, sodass er das Fliegen im Laufe vieler Jahre einfach verlernte. Doch irgendwann kam der Mensch und brachte alles aus dem Gleichgewicht! Nicht dass die Menschen den Kiwi jagten, im Gegenteil… der Plan war ein völlig anderer… welcher nur leider nicht zu Ende gedacht wurde. Mithilfe von „eingeflogenen“ Opossums und Frettchen wollten die Neuseeländer der Hasenplage Herr werden. Leider erkannten die gefräßigen „Neuankömmlinge“, dass es weitaus einfachere Beute gibt, als die flinken Karnickel… zum Beispiel die blinden, flugunfähigen, nichts ahnenden Kiwis. So nahm die Zahl dieser einzigartigen Vögel nach und nach rapide ab. Heute sind sie extrem selten und nur mit sehr, sehr viel Glück, nachts in den Wäldern im Unterholz in freier Natur zu finden. Auch wir haben uns auf die Suche gemacht, sind nach Einbruch der Dunkelheit an zwei verschiedenen Nächten durch die Kauri-Wälder gepirscht… und JA, natürlich hatte mindestens eine von uns wieder die schlimmsten Entführungs-Szenarien im Kopf… NACHTS ALLEIN IM FINSTERSTEN ALLER WÄLDER!!! Während die Träumerin furchtlos loszog, durchspielte die Realistin alle Überfallmöglichkeiten… naja, ihr kennt uns ja mittlerweile 🙂 …doch außer weiteren abenteuerlustigen, Kiwi-suchenden Touristen haben wir nichts gesehen. Leider ist es uns nicht gelungen, einen der Vögel zu entdecken. Aber wir bilden uns zumindest ein, welche gehört zu haben… denn die kleinen Kiwis schniefen nämlich während der Futtersuche wie kleine Schnupfnasen – also wir glauben ganz fest daran, dass wir das gehört haben 🙂

So langsam mussten wir uns nun vor Augen halten, dass unser Camperleben bald vorbei ist. Niemals hätten wir nur ansatzweise gedacht, dass es tatsächlich schwer fallen würde, unseren kleinen Rudi abzugeben! Er fuhr mit uns über 5000 Kilometer durch eines der schönsten Länder der Welt und hat uns keine einzige Minute im Stich gelassen. Und wieder haben wir gemerkt, dass es nicht viel zum Glücklich sein benötigt…

„Irgendwann ändern sich nicht die Dinge, sondern die Bedeutung, die wir Ihnen geben.“

Neuseeland – Wir2 hatten keine Ahnung wie wunderschön du bist!

Neuseeland – Wir2 hatten keine Ahnung wie wunderschön du bist!

TEIL 1 – Die Südinsel

Noch völlig verwirrt von den surrealen, an uns vorbei rauschenden Eindrücken aus Sydney, landeten wir an einem Mittwoch morgen, genauer gesagt dem des 6. März, am 157. Tag unseres großen Abenteuers im zwölften und damit vorletztem Land unserer Weltreise. Wir hatten wirklich absolut keine Ahnung, was uns hier, auf diesen zwei Inseln, irgendwo versteckt im Pazifik, am Ende der Welt erwartet und wie Wir2 mit all‘ dem umgehen werden beziehungsweise können. In unseren Köpfen geisterten Tage vorher noch unendlich viele Gedanken… Kann uns dieses Land, nach so vielen Erlebnissen und Eindrücken überhaupt noch berühren oder gar begeistern? Sind wir nicht schon ausreichend gefüllt mit hunderten Bildern und Geschichten der letzten fünf Monate? Wieviel ist der Mensch im Stande aufzunehmen, zu verarbeiten und vor allem zu behalten? Vor all’ diesen Antworten hatten wir richtig großen Respekt! Wir zweifelten an der Idee, eine Reise wie diese mit einem Land wie Neuseeland abzuschließen… Ist die Position am Ende einer Weltreise nicht irgendwie ungerecht? Der Gedanke umzuplanen und unsere ursprüngliche Route über Bord zu werfen, kreiste kurzzeitig wie ein Damokles-Schwert über uns… und doch trauten wir uns schlussendlich nicht an diese Entscheidung. Wir haben oft und lange darüber nachgedacht und letztendlich versucht, von vornherein, völlig unvoreingenommen auf eine gewisse Art und Weise noch einmal NEU zu beginnen. Wir ließen unser geliebtes südostasiatisches Chaos hinter uns und starteten in eine vollkommen andere, westliche, wunderbare, märchenhafte Welt… in die, der Kiwis; in die, zahlreicher Drehorte oscarprämierter Filme mit traumhaften Kulissen; in eines der begehrtesten Reiseziele weltweit; in ein traumhaftes Land 18.000 Kilometer; 24 Flugstunden und 12 Stunden Zeitverschiebung von zu Hause entfernt.

Die kommenden vier Wochen sollen allein diesem Stückchen Erde gehören. Der Plan ist erst einmal anzukommen, dann zu realisieren wo wir sind (und dieser Teil ist nach all‘ den Monaten wirklich nicht zu unterschätzen), danach einen groben Reiseplan zu erstellen und schlussendlich mit dem Camper einmal quer durch das ganze Land zu fahren… wobei wir tun und lassen was oder fahren und schlafen wohin und wo wir wollen 🙂

Die Südinsel, 150.437 Quadratkilometer, ca. 1 Million Einwohner
Das Grundgerüst der kommenden Wochen bauten wir uns während der ersten drei Tage in unserer Unterkunft am Stadtrand von Christchurch zusammen. Zur Selbsttherapie sowie zur eigenen Erdung und für das nötige Heimatgefühl gehörten dazu ausgedehnte Netflix- und Tatort-Abende. Ihr glaubt nicht, wie schnell wir uns durch den sonntäglichen Tatort zurück in die Heimat versetzt fühlen! Die Wirkung ist ähnlich dieses „Blitzdings-Gerät“ aus dem bekannten Hollywood-Streifen 🙂 …Einmal bitte alles auf Anfang!

„Und plötzlich wissen wir: Es ist Zeit etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.“

Nachdem die grobe Planung stand und wir unser eigenes Neuseeland geschaffen hatten, konnte das Abenteuer beginnen! Durch einen kurzen Ausflug in das Zentrum Christchurch’s, welches vom Erdbeben des Jahres 2011 noch immer gezeichnet ist, versuchten wir uns langsam an die neue Umgebung und vor allem die Temperaturen (gefühlt um den Gefrierpunkt!) zu gewöhnen.

Es kommt uns fast so vor, als würden wir wie zwei kleine Nesthocker das erste Mal den sicheren Bau verlassen. Und dennoch waren nach fünf Monaten Asien all‘ die Straßen, die Geschäfte und die Menschen erstaunlich vertraut! Unser europäisches Aussehen war plötzlich überhaupt nichts besonderes mehr… wir waren einfach zwei unter vielen… keine schüchternen Blicke, kein leises Getuschel und auch kein ewiges Lächeln mehr… Lässt man die Sprache und den Linksverkehr beiseite, ist überraschenderweise bereits nach drei Tagen alles unheimlich gewohnt. Wir finden uns schnell zurecht, sind bereit unser Nest für längere Dauer zu verlassen und verfallen prompt dem Konsum 🙂 Da ein Teil unserer warmen Kleidung schon vor drei Monaten mit nach Hause flog, durfte sich ein uns bekanntes Kleidungsgeschäft über unseren hausgemachten Notstand freuen… Motto des Tages: „Augen zu und Karte durch!“ …auch wenn die Wetterprognosen entgegen unserer langwöchigen Befürchtung (das passiert übrigens, wenn „Frau“ das englische anstatt das neuseeländische Christchurch in der Wetter-App speichert – so kann man sich schnell mal um ungefähr zehn Grad vertun!) nicht ganz so kalt sind, brauchen wir zumindest das ein oder andere wärmende Utensil 🙂

Jetzt, wo alles soweit vorbereitet ist, fiebern wir dem Tag der Tage entgegen… die Planung steht, wir sind gegen kalte Nächte gewappnet und das allerwichtigste… WIR SIND BEREIT FÜR NEUE ABENTEUER! Bereits früh am Morgen stehen wir auf dem Parkplatz der Autovermietung „Eurocampers“ – ein deutscher Geschäftsführer steht hier für zuverlässige Autos, top Versicherungsleistungen und eine sehr gute Rundum-Betreuung… wie ihr seht – das „deutsche Ur-Vertrauen“ ist uns auf jeden Fall erhalten geblieben 🙂 Nach einer kurzen Einweisung, ausführlichen Reisetipps (speziell über gute Burger sowie noch besseres Eis) und ein paar Formularien kann unser 22-tägiges Camperleben beginnen. Und auch hier hatten wir tatsächlich KEINE AHNUNG was uns erwartet!

Das ist unser neues zu Hause 🙂 Und ja… es ist im Grunde ein ganz normaler PKW! Es ist weder ein Wohnanhänger, noch ein Wohnmobil… es ist nicht einmal ein kleiner Bus oder ein Sprinter! Wir geben ehrlich zu, wir hatten auch mit ein klein wenig mehr Platz gerechnet, waren kurz erschrocken und uns aber im nächsten Moment mit einem Lächeln einig, dass das unser ultimatives Abenteuer werden wird! Ob wir uns das vorher gut überlegt haben? …Natürlich nicht! Das ist die kleinste Variante eines Campervans und kommt vom Komfort her wahrscheinlich direkt nach einem Baumarkt-Zelt im Super-Sonder-Ausverkauf-Angebot! 🙂 Aber das ist uns in dem Moment völlig egal… wir sind sogar schon am Grübeln wie unser kleiner Flitzer heißen soll und denken uns… wenn wir EINMAL IM LEBEN durch Neuseeland touren, DANN ABER RICHTIG!

„Geh raus und erlebe Abenteuer! Das Leben wartet auf dich!“

Aber wie startet man oder eher FRAU so einen Roadtrip eigentlich…? Für uns war klar – wir gehen erstmal ordentlich einkaufen. Ohne Mampf kein Kampf! Wir haben vor, uns größtenteils selbst zu versorgen… denn öffnet man die Kofferraumklappe unseres kleinen Toyotas, kommt eine Mini-Küche mit allen nötigen Utensilien zum Vorschein – also kommt alles, was einigermaßen gesund ist und schnell zubereitet werden kann in unseren Einkaufswagen. Im übrigen ist das nach fünf Monaten Asien noch immer fast ausschließlich Reis! 🙂 Mit dem Gepäck und sonstigen zu verstauenden Sachen ist es ein wenig wie Tetris spielen… Es hat irgendwann alles seinen Platz in unserem RUDI – Rudi Roadrunner tauften wir unser fahrendes Heim mittlerweile – denn er ist schnell und zuverlässig, hinterlässt quasi nur eine Staubwolke und düst allen davon… ein bisschen wie im Zeichentrick. Kennt ihr den noch? …dieser kleine flugunfähige, rennende Vogel im Kampf gegen den Kojoten 🙂 Wir hoffen einfach, dass Rudi uns die nächsten Wochen nicht im Stich lässt. Aber zurück zum Tetris… die Campingstühle schieben wir hinter das Trinkwasser, die Kiste mit allen Nahrungsmitteln in die Mitte unter das Bett, daneben der kleine Rucksack und davor die Schuhe, auf der anderen Seite die Reinigungsutensilien, Wäscheleine und die Kiste mit der Technik… alles hat seinen Platz und jeder seine Seite… Der Rest verteilt sich mit der Zeit auf sämtliche Ablageflächen und Fächer rund um das Auto.

Da Rudi für “Notfälle” sogar eine kleine Campingtoilette an Bord hat und das Abwasser aus der Spüle in einen gesonderten Behälter fließt (das bedeutet hier „self-contained“), können wir an jedem Ort, welcher es erlaubt, nach Belieben campen… wie zum Beispiel in dieser traumhaften Kulisse am Lake Tekapo…

Solche Campingplätze sind Privatgrundstücke, hier mit ungefähr 22.000 Hektar Fläche und wahrscheinlich einer halben Million Schafe… mindestens! …was gar nicht so abwegig wäre, denn in Neuseeland leben neben 4,5 Millionen Menschen (und davon nur circa eine Million auf der größeren Südinsel) ganze 28 Millionen Schafen! Ein perfekter Ort um das Abenteuer Neuseeland zu begrüßen…

Die nächsten Tage zeigen uns, wie wunderschön und abwechslungsreich dieses Land ist. Oft haben wir einfach keine Worte für das, was wir sehen, erleben und fühlen dürfen! Das alles passt in keinen Fotoapparat der Welt! Wir haben mittlerweile schon so einige Länder bereist… aber landschaftlich ist Neuseeland wohl das absolute Nonplusultra! …keine Ahnung ob es noch einmal etwas vergleichbares auf so engem Raum gibt! Alle Zweifel des Anfangs und die Angst, das Land nicht erleben und wahrnehmen zu können, sind verflogen. Einfach alles um uns herum ist so unglaublich intensiv und wir merken, dass das genau der richtige Zeitpunkt für uns ist! Wir fahren von den schönsten Gebirgsseen an das Meer, von da durch immergrüne Wälder in eine Region voller Fjorde, zum Gletscher und wieder zurück zum Ozean!

Innerhalb kürzester Zeit und auf engstem Raum dürfen wir Seelöwen, Robben, Pinguine, Albatrosse und Delfine in freier Natur erleben. Wie kann es soviel Schönheit und Vielfalt auf so kleiner Fläche geben? Das ist die Einzigartigkeit von AOTEAROA oder auch dem “Land der langen weißen Wolke” – so übersetzt man die Maori-Bezeichnung für Neuseeland, welches geografisch isoliert im Südpazifik liegt… rund 2000 Kilometer vom großen Nachbar Australien entfernt. Einer Legende der neuseeländischen Ureinwohner nach heißt es: “Nachdem Gott die Erde erschaffen hatte, bemerkte er, dass in der Weite des Pazifiks noch Platz war – Platz genug für zwei Inseln, so dachte er. Also nahm er die schönsten und interessantesten Teile aller Kontinente und schuf sein Meisterwerk – Neuseeland.“ DAS ALLES KÖNNEN WIR HIER JEDEN TAG AUFS NEUE BESTÄTIGEN!

Einer der Gelbaugen-Pinguine am Strand
Wir fahren von Ost nach West und von Süd nach Nord… 3.500 Kilometer allein auf der Südinsel! Nach jeder Kurve, nach nahezu jedem Kilometer eröffnet sich ein neues Stückchen Erde zum Bestaunen. Sogar im strömenden Regen finden wir Landschaften, welche mithilfe des miesesten Wetters umso mystischer und wundervoller wirken. Aus allen Richtungen ergießen sich die Wassermassen über uns in Richtung Tal… beängstigend aber auch unglaublich beeindruckend…

Was bereits vor über 100.000 Jahren von Gletschern geformt wurde, gehört zurecht zum Weltkulturerbe und ist eine der atemberaubendsten Landschaften Neuseelands – das Fiordland oder genauer gesagt, Milford Sound. Heute rauschen an diesem Ort hunderte Wasserfälle über zahlreiche Klippen in das Meer. Meterhohe steile, unbewohnte Hänge werden vom Regenwald überwuchert. Seit tausenden von Jahren hat die Natur hier das Sagen, wodurch der größte Teil dieser Landschaft nach wie vor unverändert ist.

Doch das alles wäre nicht Neuseeland, würden wir nicht noch am selben Tag, nur ein paar Kilometer entfernt in eine völlig andere Landschaft eintauchen! Die Wanderung zum sogenannten „Key Summit“ bringt uns an den Punkt, an welchem drei Flüsse ihren Ursprung finden um zu drei verschiedenen Küsten Neuseelands fließen: zur West-, zur Ost- und zur Südküste. In diesem Land gehen uns einfach die Worte aus…

“Wenn du die Stille und die Schönheit der Natur genießen kannst, besitzt du mehr, als jene die nichts anderes tun, als nur Statussymbole zu sammeln.”

 

Neben den landschaftlichen Highlights, gönnen wir uns natürlich auch das ein oder andere kulinarische Schmankerl! Keine Frage… das beste Essen (zum Beispiel Reis mit Soße, Reis mit Bohnen, Reis mit Gemüse, verschiedenes Gemüse mit Reis oder dunkler Reis mit hellem Reis) entspringen aus Rudis Kofferraum… aber manchmal darf es eben auch etwas „lokales“ sein 🙂 …wobei sich das „Lokale“ hierzulande auf Burger sowie einheimische Kuchen-, Schokoladen- und Eissorten beschränkt, da es keine wirkliche Esskultur gibt! Glückliche Rinder gibt es allerdings genug… weswegen wahrscheinlich auch jeder nichtvegetarische Tourist in Neuseeland einen echten FERGBURGER in Queenstown essen geht! Ihr glaubt nicht, was hier los ist! Die Menschen stehen Schlange nach diesem, mit Fleisch belegten Brötchen… einfach nur verrückt! Das wollen wir natürlich testen! Und wir stellen fest… ES LOHNT SICH DEFINITIV! Eine willkommene Abwechslung zwischen unseren deliziösen Reiskreationen 🙂

Hier heißt es anstehen für einen guten Burger!

Dafür machen wir gern Werbung 🙂 LECKER, und der Inhalt gehört allein uns 🙂

Nachtisch… Schoko-Karamell-Muffin 🙂

Außerdem zu empfehlen: Chocolate und Carrot Cake

Und DAS HIGHLIGHT: Caramel Slice!!!
Auf das Schlemmen folgt allerdings eine echte Herausforderung für uns – der Roy’s Peak!

Es ist 5 Uhr morgens, der komplette Campingplatz ist noch im Tiefschlaf, die Scheiben der Autos sind von innen beschlagen, kein Mucks weit und breit, unter einem unserer Kissen klingelt der Wecker, wir lauschen… keine Regengeräusche mehr auf dem Autodach, wir öffnen die Augen und fragen uns, ohne auch nur ein Wort zu sagen, was wir hier eigentlich tun? Wir sind in dem kleinen Örtchen Wanaka und wollen hoch auf den Gipfel des Mount Roy… was das genau heißt? …16 Kilometer, 1100 Höhenmeter – und das ganze in ungefähr fünf Stunden. Ob das verrückt ist? Nein, das ist in Neuseeland völlig normal! 

„Gib einem Mädchen die richtigen Schuhe und sie kann die Welt erobern!“

Marilyn Monroe

Noch völlig verschlafen schlüpfen wir, bevor sich die Tür unseres Campers das erste Mal öffnet, in die bequemste Wanderkluft. Mit dem Griff zum Hebel der Schiebetür tauschen wir unser warmes, kuscheliges Nest gegen eine klamme, noch dunkle, kalte, ungemütliche Außenwelt. Während eine von uns so leise wie möglich die Kofferraumklappe öffnet und den Gaskocher für den ersten Kaffee anschmeißt, beginnt die andere alles Nötige für den Tag zusammen zu packen. Wir stehen an der kleinen Flamme unter der Kofferraumklappe unseres Campers… die Hände dicht am Wassertopf, in der Hoffnung, es kommt ein wenig Wärme an den Fingerspitzen an… Rudi gibt wirklich ALLES für unser Wohlbefinden… als würden wir, ähnlich wie zu Hause, morgens im Bademantel, gemütlich in der Küche auf den ersten, wohlduftenden Kaffee aus der Maschine warten 🙂 Im Grunde brauchen wir nicht viel für unseren Start am frühen Morgen… wir sind glücklich, schauen in den einzigartigen Sternenhimmel (wirklich wahr, so viele Sterne wie an kaum einem anderen Ort… der reine Wahnsinn!) und wissen, dass ein anstrengender aber GROSsARTIGER TAG vor uns liegt.

Der Aufstieg beginnt und erste Wolken ziehen auf…

Es tut sich etwas… Aussicht auf besseres Wetter 🙂

Wir schaffen es ÜBER DIE WOLKEN…

Was wäre Neuseeland ohne die Schafe 🙂
Und wir wurden tatsächlich mehr als belohnt! Das Wetter zeigte sich von der besten Seite… Alle Strapazen des dreistündigen Aufstiegs sind schon fast vergessen und wir stolz wie Bolle 🙂 Pünktlich um 9 Uhr können wir auf dem Gipfel in unser Erdnussbutterbrot beißen und die Welt war mehr als in Ordnung… 1580 Meter über dem Meeresspiegel auf die Schönheit Neuseelands herabblicken, glücklich sein und den Moment gemeinsam genießen… DAS IST EINFACH  UNBEZAHLBAR!

In einem Land wie Neuseeland wird wohl der Großteil der Erinnerungen unter die Kategorie „unbezahlbar“ und einzigartig fallen! Normalerweise haben wir ein bis zwei, maximal drei dieser unbeschreiblichen Erlebnisse pro Reiseland. Es ist ja auch völlig normal, dass dich manche Dinge mehr und andere weniger beeindrucken. Doch hier fahren wir ein paar Kilometer weiter… und es wartet schon der nächste Wow-Effekt! Könnt ihr euch vorstellen, innerhalb kürzester Zeit, von einem Gletscher direkt an das Meer zu fahren? Wir konnten das auch nicht, aber es funktioniert tatsächlich…

Morgens um 11 Uhr:

Nachmittags um 15 Uhr:

Keine Frage, die Berge faszinieren uns unwahrscheinlich… doch wenn wir die Wahl hätten… Wir2 würden uns trotzdem IMMER für das MEER entscheiden! Es zieht uns einfach magisch an und wir können nichts dagegen tun. Und so verbringen wir die nächsten Tage immer in der Nähe irgendwelcher Buchten, Strände oder auch mittendrin 🙂

Wanderwege, Trekkingrouten, Walks, Trails oder noch besser Hikingtouren (wir haben nämlich gelernt, dass sich das englische „hike“ viel besser, interessanter und cooler anhört als das deutsche „wandern“) …wie auch immer man sie bezeichnen mag – es gibt sie hier in allen Schwierigkeitsstufen, in jeder beliebigen Länge und durch nahezu jede Landschaft. Ganz im Norden der Südinsel haben wir auf jeden Fall einen Weg gefunden, welcher für uns zu den absolut Schönsten gehört… am nördlichsten aller Punkte führt eine 16 Kilometer lange Wanderung über die grünsten Schafweiden, vorbei an den atemberaubendsten Steilküsten mit ganzen Robbenkolonien, bis hin zu einem wunderschönen, hinter meterhohen Dünen, versteckten Sandstrand.

“Wandern ist eine Tätigkeit der Beine – und ein Zustand der Seele.”

Josef Hofmaler

Wir sind während unserer zwei Wochen auf der Südinsel knappe 150 Kilometer gelaufen, durften die schönsten aller Landschaften entdecken und Sammlerinnen vieler unglaublicher, lebenslanger Erinnerungen werden… wir haben oft geschnauft, die Aufstiege verflucht und danach umso mehr genossen, haben das Land aus tiefstem Herzen lieben gelernt, aus vielen Blickwinkeln betrachtet und ihm Rahmen unserer Reise miterlebt, wie ein bisher “verschonter” Staat von einem grausamen Akt des Terrors ohne Vorwarnung einfach überrannt wurde!

Ein so stolzes Volk wie die “Kiwis” spricht dabei mit keiner Silbe über die oder den Täter einer solch grausamen Tat, denn er hat diese Plattform nicht verdient… 50 tote Menschen, die an einem ganz normalen Freitag friedlich ihrem Glauben nachgehen wollten… hier geht es einzig und allein um die Opfer, um die Einwohner, um die MENSCHEN Neuseelands!!! Das Land ruft zu Schweigeminuten auf (an welche sogar über elektronische Geschwindigkeitsanzeigen an Highways erinnert wird) und namhafte Politiker tragen als Zeichen der Trauer, des Respekts und der Anerkennung an die muslimischen Opfer ein Kopftuch! Es ist eine völlig andere, bewundernswerte Herangehensweise an Geschehnisse wie diese, es werden innerhalb nur weniger Tage neue Gesetze hinsichtlich des Waffenrechts beschlossen und die Einheimischen geben freiwillig ihre Gewehre und Pistolen ab. Für so etwas gebe es “keinen Platz in Neuseeland.”, sagte die Premierministerin. Und genau diese Einstellung können wir hier inmitten dieses wundervollen Landes irgendwie spüren… Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten, sind die Menschen hier stolz! Sie sind stolz auf ihre Natur, stolz auf ihr Land, stolz auf sich selbst und ihre Nachbarn… egal welcher Herkunft! Schätzt man all’ das in ähnlicher Art und Weise, ist hier jeder herzlich Willkommen! …und wir würden uns jetzt zum ungefähr zehnten Mal wiederholen, wenn wir wieder und wieder schreiben, dass dieses Land, egal in welcher Hinsicht, einfach großartig ist! Neuseeland gibt uns etwas Einzigartiges, etwas nie zuvor Erlebtes, etwas Unbeschreibliches… was wohl immer in unseren Herzen bleiben wird!

“Die allerbesten Momente sind die, die man nicht erzählen kann, weil es niemand verstehen würde.”

Der krönende Abschluss unserer Zeit auf der Südinsel und zugleich die Erfüllung eines absoluten Traums war die Bootstour vor der Küste Kaikouras. Da die Gewässer hier unweit des Festlandes durch einen Unterwasser-Canyon Tiefen von bis zu 1600 Metern erreichen, ist das ein guter Ausgangspunkt für die Beobachtung sämtlicher Walarten. Die Neuseeländer leben und lieben ihre Natur! Sie sind unheimlich stolz darauf, dem Besucher in ihrer Maori-Sprache (die wirklich wunderbar sympathisch klingt) zu begegnen und ihm die atemberaubende Natur mit viel Gefühl und Emotion näherzubringen …so auch der Kapitän und der Guide unseres kleinen Katamarans. Sie geben alles, dass sich die Gäste an Bord wohlfühlen. Und glaubt uns, da gehört einiges dazu, denn diese Tour ist nichts für empfindliche Mägen! Denn wenn der Kapitän mit seinem „Unterwasser-Ohr“ Walgeräusche hört und dazu die studierte Walbeobachterin auf dem Oberdeck noch kleinste Bewegungen auf der Wasseroberfläche sieht, ist es egal wie hoch die Wellen sind… sobald eines dieser mächtigen Tiere erspäht wurde, gibt der Kapitän „alles“, sodass Menschen wie wir die Chance bekommen, einen Wal aus sicherer Entfernung (für ihn und für uns!) zu beobachten. Was für ein wundervolles Erlebnis…

Nach 3500 Kilometern, fast 500 vertankten Euros (die sich mehr als gelohnt haben!), drei großen Bechern Erdnussbutter (die sich noch viel mehr als mehr gelohnt haben 🙂 !) und 10 Tüten Reis machen wir uns, zusammen mit Rudi, auf den Weg zur Nordinsel. Die Fähre von Picton nach Wellington (was die Hauptstadt Neuseelands ist) fährt ungefähr dreieinhalb Stunden und ist eine Panoramafahrt, welche wir so überhaupt nicht erwartet hätten…

REISEN bewegt… Beine und Kopf 🙂

Kurzer Stopover in Sydney

Kurzer Stopover in Sydney

Im Nachhinein müssen wir leider sagen… die vier Tage Sydney hätten echt nicht sein müssen! Der Grund dafür ist aber keinesfalls, dass es nicht schön war oder sich nicht gelohnt hat! …sondern einfach nur deswegen, weil die Zeit viel, viel zu kurz war! Es ist eigentlich eine Beleidigung gegenüber einem Land… ach was reden wir… gegenüber diesem ganzen Kontinent, nur eine so kurze Zeit zu bleiben. Leider war dieser Zwischenstopp schon lange geplant… keine Ahnung was wir uns dabei gedacht haben! Auf jeden Fall war alles nötige gebucht, sodass wir nur noch wenig Spielraum für Änderungen hatten… zumindest ohne den Großteil der Ausgaben sinnlos verballert zu haben.

Fest stand, dass auf Bali Neuseeland folgen sollte. Die Direktflüge hier sind sehr übersichtlich – es gibt nämlich keine nach Christchurch! Erst dadurch kam uns überhaupt die Idee, noch für eine knappe Woche in Sydney zu bleiben… wir hätten eh hier zwischenlanden müssen! Also nahmen wir diese Kurve noch mit und buchten schonmal alle Flüge weit im Voraus… was zwar aufgrund des Preises schlau ist, aber die Flexibilität enorm einschränkt… so gesehen waren wir hier doch nicht die Füchse, wie wir es uns erhofft hatten – bestes Beispiel dafür ist eine kleine Anekdote aus Bali 🙂

„Immer, wenn der Mensch anfängt, seine Zukunft zu planen, fällt das Schicksal im Hintergrund lachend vom Stuhl.“

Hier hatten wir die Situation, dass unsere lieben Freunde länger auf der Insel bleiben sollten als wir! Wir überlegten bis zum letzten Tag, ob wir die ursprünglichen Flüge verfallen lassen, neu buchen und zwei Tage später fliegen… denn umbuchen war aufgrund der unverschämten Summe – das doppelte des eigentlichen Flugpreises – definitiv nicht drin. Und wer kennt es nicht… unangenehme Entscheidungen, die dazu noch mit Finanzen verbunden sind, werden entweder unter viel Alkoholeinfluss gefällt (den Denkanstoß dazu gab es zumindest schon am ersten Abend) oder so spät wie nur möglich… wobei wir im Nachhinein sagen – es ging darum, zwei Tage länger mit unseren Freunden zu verbringen! – also was soll der Geiz?! 🙂 Der Abreisetag war also gekommen, wir hatten unsere Rucksäcke gepackt, waren mehr oder eher weniger entschlossen abzureisen, saßen im Auto zu einem letzten gemeinsamen Ausflug und entschieden hier und jetzt, im so ziemlich letzten Moment, binnen Sekunden neue Flüge zu buchen! In Zeiten des Smartphones ist die Umsetzung dessen innerhalb einer viertel Stunde erledigt… Zehn Tage Kopf zerbrechen für 15 Minuten stumpfes Handeln!

„Manchmal hat das Schicksal eben einen besseren Plan für uns als den, den wir für den besten hielten!“

Und genau das dachten wir, als am Abend die Mail der Airline kam, dass der Flug zunächst um fast drei Stunden verschoben wird… bevor er letztendlich komplett abgesagt wurde! Wenn es Schicksal wirklich gibt, dann hat es hier beste Arbeit geleistet! Danke 😉

Aber zurück zu Sydney! Wir können auf jeden Fall „mit Stolz“ behaupten, dass Australien uns bereits voller Eifer erwartete… zumindest waren wir aus Sicht des Zolls das Objekt der Begierde auf der Route Bali – Sydney… wie sich später heraus stellte. Recht schnell bemerkten wir, dass uns nach dem Ausstieg aus dem Flugzeug mindestens vier sehr aufmerksame Augen ununterbrochen folgten. Sie ließen uns erst ordnungsgemäß einreisen und in Ruhe unser Gepäck holen… ja, sogar ein Toilettengang war noch drin… erst dann „schnappte die Falle zu“ und wir wurden von zwei uniformierten Damen aus der Masse herausgefischt. Das hieß einmal den kompletten Rucksack auspacken lassen und viele Fragen beantworten! Wer von euch schon einmal Dokumentationen über australische Grenz- beziehungsweise Zollkontrollen gesehen hat, weiß, was das bedeuten kann! Erste Regel: Das korrekte Ausfüllen des Einreisezettels! Aus eigener Erfahrung sollte man hier auch wirklich an jede Nuss, jedes Samenkorn und jedes Krümel Erde in irgendeiner Schuhsohlenritze denken! Aber glücklicherweise waren die Ladies gut gelaunt, drückten beide Augen zu und sahen ein, dass Wir2 „leider“ nicht der erhoffte große Fang des Tages waren… Nachdem unsere Turnschuhe durch die Beamten eine ordnungsgemäße Säuberung erhielten, wurden die Damen zusehends freundlicher, freuten sich über unsere Reiseroute und wünschten uns letztendlich einen angenehmen Aufenthalt in Sydney 🙂

Eingekürzt auf vier Nächte, also nur drei Tage, an welchen wir Zeit für das Land hatten, versuchten wir alle wichtigen Sehenswürdigkeiten „abzuarbeiten“…daraus wurde ein guter Mix aus Stadt und Natur. Den Beginn unserer Tour machte das Wahrzeichen der Stadt – das Opernhaus.

Wir haben versucht, das Gebäude aus jedem Winkel zu betrachten… leider müssen wir feststellen, dass es gar nicht mal so schön ist! Wir haben absolut keine Ahnung, wie die Fotografen das hin bekommen, aber unsere Sichtweisen waren irgendwie die Falschen. Dieses Gebäude gehört auf jeden Fall zu jenen, welche durch die bloße Vorstellung um einiges schöner ist als in der Realität.

Dafür sind andere Eindrücke der Stadt umso schöner! Die Menschen wirken total entspannt und es macht Spaß im Kaffee zu sitzen und einfach nur zu beobachten. Sydney ist unwahrscheinlich grün, freundlich, sauber und abwechslungsreich! Hier ist definitiv für jeden Geschmack etwas dabei.

Sydneys bekanntester Strand – Bondi Beach
Auch die nahegelegenen Blue Mountains haben uns komplett überrascht. Nach nur etwa zwei Stunden Fahrt erreichen wir einen unglaublich schönen Nationalpark. Dschungel, Eukalyptus-Wälder, Flüsse, Wasserfälle, Grand Canyon-artige Gesteinsformationen und die schönsten Wanderstrecken – ach nein… wir haben gelernt, lieber das Wort “hiking” zu verwenden… klingt nämlich viel cooler 🙂 Der Großteil der Blue Mountains wurde zum Weltnaturerbe der UNESCO erklärt. Riesige Eukalyptus-Wälder, aus dessen Blättern das ätherische Eukalyptusöl verdunstet, legen einen feinen Nebel über die Berge und lassen diese in einem leichten Blauton schimmern.

Auch wenn ein halber Tag hier eindeutig viel zu wenig ist, genießen wir die Zeit, laufen durch die Wälder und können kaum realisieren, dass wir in Australien sind…

Das gelingt uns im Übrigen auch am dritten Tag, welchen wir noch einmal in der Stadt verbringen, nicht. Keine Chance, innerhalb von nur wenigen Tagen zu begreifen, wo wir eigentlich sind… dafür ging alles einfach leider viel zu schnell. Wir sind uns jedoch ziemlich sicher, dass wir irgendwann zurück kommen 🙂

Auch wenn wir dieses Motto gegenüber Australien jetzt gerade nicht halten können, freuen wir uns trotzdem hier gewesen zu sein und werden die kommenden Wochen in Neuseeland umso intensiver nutzen! Bald beginnt unser Camperleben… eine völlig andere Art des Reisens, welche wahrscheinlich auch für uns eine Herausforderung in jeglicher Hinsicht werden wird. Mit Australien haben wir uns von Asien verabschiedet und sind wieder in der “westlichen Welt” gelandet… wir sehen es als stückweise Eingewöhnung in Richtung Heimat und sind gespannt auf alles, was wir in den letzten Wochen noch erleben dürfen 🙂

Bali – Peace, Love und Nasi Goreng

Bali – Peace, Love und Nasi Goreng

Dieser gelungene T-Shirt Print beschreibt ein fantastisches Lebensgefühl… er ist die perfekte Zusammenfassung des typisch entspannten, friedlichen, liebe- und genussvollen Bali-Feelings. Denn das, was der Großteil der Einheimischen ausgiebig zelebriert, beschreibt auch unsere Zeit hier ziemlich treffend.

Bereits mit der Ankunft auf einer der beliebtesten und wohl auch touristischsten Inseln Indonesiens sind wir zugegebenermaßen (völlig unerwartet) total positiv überrascht! Wir stellen schon auf den ersten Metern fest, dass Bali noch immer einen besonderen, nur schwer beschreibbaren, wunderschönen Charme ausstrahlt… was wahrscheinlich nicht zuletzt daran liegt, dass es hier eine besondere, ganz klare, knallharte, akribische “Goldene Regel” hinsichtlich der Bebauung gibt – KEIN Haus darf größer als eine Palme oder der höchste Tempel im Ort sein! Schon allein an dieser Regel würden wir als Deutsche aufgrund der fehlenden Genauigkeit scheitern und uns kaputt klagen… was hier scheinbar super funktioniert, wäre bei uns leider undenkbar. Wir lieben diese Unkompliziertheit der Südostasiaten!

Im Gegensatz zum Rest Indonesiens, welcher zu fast 90 Prozent muslimisch geprägt ist und damit die größte islamische Nation weltweit ist, überwiegt auf Bali, mit rund 93 Prozent der Bevölkerungsteil, welcher sich zum hinduistischen Glauben bekennt. Zwischen gemütlichen Restaurants, kleinen Reisefeldern, welche grüner nicht sein können, und stilvoll eingerichteten Geschäften verstecken sich zahlreiche hübsch geschmückte Tempel und Schreine in allen Größen und Formen. Aus den Grundsätzen des Hinduismus, gepaart mit dem balinesischen Glauben an das Über- beziehungsweise Unterirdische sowie einigen neuen Einflüssen, entwickelte sich im Laufe der Jahre ein ganz besonders harmonischer Bali-Hinduismus. Während die Berge heilig sind und von Göttern sowie Geistern der Ahnen bewohnt werden, ist das Meer hingegen der Lebensraum böser Geister und Domänen. Diese Kräfte gilt es mittels Opfergaben, welche zumeist aus einem Bananenblatt mit Blumen und Reiskörnern, aber auch Zigaretten, Früchten und anderen Speisen bestehen, zu besänftigen. In den Straßen und Häusern Balis sind diese kleinen Körbchen und der Duft von Räucherstäbchen allgegenwärtig!

Bali bedeutete für uns in erster Linie Freunde treffen und eine tolle Zeit genießen. Wir ahnten nicht im Entferntesten, dass uns diese Insel in den kommenden zwei Wochen so beeindrucken wird! Bis wir die geliebte Heimat in Empfang nehmen konnten, blieben uns allerdings noch vier Tage zur Erfüllung eines dieser Das-müssen-wir-auf-Weltreise-unbedingt-machen-Dinge… Wir2 werden Surfen lernen!!!

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn man immer wieder, und in verschiedensten Lebenssituationen merkt, dass man tatsächlich „alt“ wird??? Ja… auch mit Mitte Dreißig ist diese Entwicklung schon spürbar! Eigentlich wollten wir das wunderschöne Erlebnis Bali nicht mit diesem leidigen Thema beginnen, sondern die Tatsache eher verdrängen, aber die ersten Tage haben uns genau das bitterböse spüren lassen. Im jugendlichen Leichtsinn haben wir uns für vier Nächte, inklusive drei Tage Surfkurs, in die SurfWG Bali eingemietet. Da das Surfen lernen, wie schon erwähnt, auf unserer Weltreise-To-Do-Liste ganz oben stand, bot sich jetzt und hier die beste Möglichkeit dafür. Die Insel ist ein echtes Surfer-Paradies! In der Annahme, noch immer eine gewisse Grundfitness zu besitzen, war selbst die Realistin unter uns hoch motiviert und voller Vorfreude.

Nach einer unglaublich komfortablen Nacht im Flughafen Singapur,

Fehler Nummer 1 – Glaube niemals, dass du mit Mitte 30 noch immer wie eine Achtzehnjährige auf zwei zusammengeschobenen Sesseln schlafen kannst!

landeten wir völlig zerstört und mit jeweils einer tiefen Falte mehr im Gesicht, früh am Morgen auf Bali. In der SurfWG angekommen, bekamen wir unser Zimmer gezeigt… bereits bei der Buchung verzichteten wir in weiser Voraussicht auf den günstigen Mehrbett-Schlafsaal! So bekamen wir die obere Etage eines kleinen, typisch balinesischen Lumbungs – eine kleine strohgedeckte Holzhütte. Auf etwa vier, von aus Palmenblättern geflochtenen Wänden umgebenen, Quadratmetern sollten wir uns die nächsten Tage wohlfühlen… Ja, natürlich hört sich das romantisch an! Aber nicht wenn sich

Fehler Nummer 2 anschließt! – Glaube niemals, dass du nach einer Woche 5-Sterne-Villa mit Infinitypool deine Ansprüche derart zurück schrauben kannst! Auch wenn du es willst, und dir noch so sehr vornimmst, wieder ein paar Tage auf schmalem Fuß zu Leben… du wirst es nicht schaffen!

Um so mehr freuten wir uns, dass es, versteckt hinter hohen Bananenstauten noch ein erschwingliches Häuschen mit eigenem Pool, Dachterrasse und viel mehr Platz sowie Ruhe gab! Genau das richtige für uns 🙂

Die SurfWG Bali (wer hätte es gedacht) ist im Grunde wie eine große Gemeinschaft. Alles konzentriert sich um den zentralen, großen Pool und die Bar. Ein wahres Paradies für kontaktfreudige Mittzwanziger… zweimal pro Tag zum Surfen rausfahren und dazwischen chillen, quatschen, essen, trinken und feiern.

Fehler Nummer 3 – Glaube niemals, dass du dich unter das Jungvolk mischst oder die Nacht zum Tag machst, wenn du Menschen von Natur aus nicht leiden kannst!

So gesehen hatten wir das perfekte Vier-Tages-Programm für uns gebucht 🙂 Während das ganze Camp am ersten Nachmittag zum Surfen in verschiedenste Richtungen ausflog, bevorzugten wir einen ausgedehnten Mittagsschlaf um

Fehler Nummer 4 – Glaube niemals, dass du nach einer schlaflosen Nacht noch zur Höchstform bereit bist! …unbedingt zu vermeiden.

Wir erholten uns von den Strapazen der letzten Stunden und verließen unseren sicheren Hafen nur ganz kurz zur Nahrungsaufnahme… aber selbst während dieser 30 Minuten mussten wir die typische Vorstellungsrunde schon mindestens fünfmal durchlaufen… Dieser komische “Smalltalk” ist für uns echt so sinnvoll, nervig und anstrengend wie drei Tage Kreisverkehr!

Am nächsten Morgen wurde es ernst! Nach einer kurzen theoretischen Einführung, fuhren wir direkt zum Strand und versuchten das Anfänger-Surfboard, welches leichter ist und mehr Grip hat, mittels der Tipps unserer Surflehrer irgendwie unter Kontrolle zu bekommen. Zusammen mit zwei Schwedinnen lernten wir recht schnell, was es bedeutet „in der Waschmaschine“ zu sein (jeder zweite Versuch endete mit gefühlten acht Drehungen und fünf Rollen in alle Richtungen im Strudel der Wellen ohne danach zu wissen wo oben oder unten ist) und groß Mengen Meerwasser zu schlucken 🙂

Nach und nach hatten wir den Dreh raus und konnten zumindest erste kleine Wellen surfen! Auch wenn wir nicht wirklich cool dabei aussehen, sind wir mega stolz auf uns 🙂 Könnt ihr euch noch erinnern, wie toll es sich anfühlt, etwas komplett Neues zu lernen?

„Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“

(Henry Ford)

Während der nächsten zwei Tage versuchten wir die Grundkenntnisse zu festigen, erste Kurven zu fahren und Turtle-Rollen (tief Luft holen, Surfboard gut festhalten, sich unter das Brett drehen und durch die Welle tauchen) zu machen. Das bedeutete noch mehr Wasser schlucken, furchtbar schmerzhafter Muskelkater, verstauchte Finger, ein paar blaue Flecke und Wunde Hände.

Wollte uns unser Körper vielleicht irgendetwas mitteilen? 🙂 Wir wurden das Gefühl nicht los, dass unsere zwanzigjährigen Mitstreiterinnen etwas weniger Wehwehchen hatten als wir… Sollte sich hier etwa

Fehler Nummer 5, zu glauben so fit, beweglich und belastbar wie eh und je zu sein, einschleichen…?

Egal, wir ignorierten den Schmerz einfach weg 🙂 …und es lohnte sich richtig! Wir hatten mega viel Spaß, haben uns einen weiteren Traum erfüllt und bereuen keinen einzigen Tag in der SurfWG!

Nach unserem dreitägigen Crashkurs stieg die Aufregung einmal mehr ins Unermessliche. Denn die nächsten eineinhalb Wochen werden wir zusammen mit einem Stück wundervoller Heimat auf der Insel verbringen! Aus Wir2 wird ganz bald Wir7 🙂 Voller Vorfreude warten wir am Flughafen Bali… die Situation, wie schon bei den letzten Besuchen, völlig surreal… bis wir uns in die Arme fallen und es sich anfühlt, als ob es die Zeit dazwischen nie gegeben hätte! Ein wahnsinnig schönes Gefühl von Heimat und vor allem von der Gewissheit, auch dahin zu gehören 🙂

Dank unseres großartigen Organisators durften wir in eine unglaublich schöne Villa einziehen! Ein wahres Paradies zum Wohlfühlen, Entspannen und zusammen die Zeit genießen! Besser können die Voraussetzungen für traumhafte Erlebnisse und Erinnerungen kaum sein!

Auf eine Zeit wie diese kann man, wie wir finden, gar nicht oft genug anstoßen! Und genauso sehen die Tage in unseren gemütlichen vier Wänden auch aus… Dank unseres liebenswerten „Zimmermädchens“ Putu bekommen wir alle Wünsche erfüllt! Ob Nasi Goreng und frische Smoothies zum Frühstück, den nächsten Ausflugstipp oder ein Heim zum Wohlfühlen – Putu (den Namen bekommt im übrigen so ziemlich jede Erstgeborene Tochter in dieser Kaste… ja, andere Länder, andere Religionen, andere Sitten und Bräuche) wird zu unserer guten Hausfee.

Was macht man eigentlich auf Bali mit einer kleinen Truppe, deren Alter von 3 bis 40 Jahre reicht? Ist es überhaupt möglich, alle Bedürfnisse abzudecken? …Weltreisende, Kleinfamilie und Abenteuerlustige… kann diese Mischung überhaupt funktionieren? Wir alle wussten, irgendwo muss es einen gemeinsamen Nenner geben… und den haben wir definitiv gefunden! 🙂 Und es freut uns umso mehr, dass wir ALLE, genau das geschafft haben! Immerhin galt es, folgende Charaktere unter einen Hut zu bekommen:

Frieda – der süßeste Mittelpunkt und zugleich jüngstes Reisegruppen-Mitglied hat den Pool als ihren Lieblingsort auserkoren! In diesem ist sie so entspannt, dass sie alles um sich herum vergisst! Wir denken, sie wird sich über diese Geschichten an ihrem 18. Geburtstag sehr freuen 🙂 …bis dahin gilt: „Was auf Bali passiert, bleibt auf Bali!“ 🙂 Obwohl das kleine Böckchen ab und an die Hörner ausfuhr und der Mama den letzten Nerv raubte, hat sie sich, wie eine Große, unglaublich wacker geschlagen, jede Tour (wenn auch auf Papas Schultern) mitgemacht und uns mit ihrer kleinen Plappergusche so manches Lächeln ins Gesicht gezaubert! Vielen Dank dafür!

Jana – Friedas Mama und ziemlich beste Freundin einer Weltenbummlerin hat sich gegenüber ihren natürlichen Bedenken und Ängsten als Mutter mit Kleinkind, 12.000 Kilometer entfernt von zu Hause, bravourös geschlagen. Auch wenn der Heimflug in Gedanken zwei- bis dreimal vorverlegt wurde, das Spielerglück zumeist nicht auf ihrer Seite war und sie hinsichtlich der Shoppingtouren des Rests der Familie klare Grenzen aufzeigen musste, verlor sie ihren unnachahmlichen Humor nur in Ausnahmefällen 🙂 Vielen Dank für den tollen Einblick in eure wunderschöne kleine Familienwelt!

Holger – Friedas Papa und bekennender Bintang-Liebhaber (balinesisches Bier) öffnete sein Herz für einen ersten kleinen Teil Asiens. Komplett verloren im entspannten Urlaubsmodus gab er sich den „textilen Verführungen“ namhafter Sportgeschäfte hin, verlor als Friedas Transportmittel unwesentlich mehr Schweißperlen als der Rest der Truppe und bestand als „Längster“ unter uns stets auf den engsten Platz im Kofferraum unseres Ausflugsmobils 🙂 Vielen Dank für deine Ruhe und Gelassenheit!

Jens – Ziemlich bester Freund einer der Weltenbummlerinnen, Selfie- und Sprungbild-Spezialist, dokumentierte unserer gemeinsame Zeit nachhaltig. Auch er entdeckte sein Herz für Bali, unternahm erste Surfversuche und kompensierte (auf ziemlich sympathische Art und Weise, welche uns oft schmunzeln ließ) die Bewegungsarmut an Relax-Tagen in der Villa durch Morgensport, Schwimmen, Tierimitationen im Pool, Joga, Bier-Reserven auffüllen und Spaziergänge rund um die Küchenzeile. Wir lieben deine „futter-neidischen“ Blicke am Frühstückstisch sowie den Kampf um das letzte Spiegelei und bedanken uns für die tolle Zeit! Vielen Dank für alles!

Christoph – Unser Organisator, Entertainer, Reiseleiter, Bintang-Anbeter und -Vernichter, Kleinkind-Versteher und liebenswerter Geschichtenerzähler. Ob als Friedas Kreuzfahrtschiff, als Holgers treuester Bierkumpel, als Küchenfee oder hauseigener DJ, welcher keine Wünsche offen ließ… er machte stets eine exzellente Figur 🙂 Mit Stolz können wir behaupten, auch unseren größten Amerikafan durch diese Reise ein kleines Stück Asien ans Herz gelegt zu haben. Wir danken dir für so manchen emotionalen Moment und freuen uns, wenn wir dir mit der gemeinsamen Zeit ein Stück weit Entspannung und Entschleunigung schenken konnten. Ein megagroßer Dank für Alles!

Durch diese fünf verschiedenen Charaktere wurde die gemeinsame Zeit auf Bali zu etwas ganz Besonderem! Wir2 hatten uns auf der Insel nicht wirklich viel vorgenommen, es gab zwar zwei, drei Dinge, welche wir gern anschauen wollten… aber nach so vielen Monaten auf Reisen, ist es überhaupt nicht schlimm, einmal nichts zu planen und das zu machen, was die anderen gern möchten. Wie sagt man so schön… Planlos geht der Plan los 🙂 Am zweiten Tag lernten wir, tatsächlich aus einer gesteigerten Bier- und Cocktaillaune heraus, unseren „Mann der nächsten Tage“ kennen. Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht im Entferntesten, dass wir die Hälfte der Zeit auf Bali mit diesem Typen namens Panda verbringen werden! Eigentlich wollten wir nur ein Bier trinken und etwas Essbares zum Abendbrot für die Villa bestellen, als uns der Chef des Restaurants (übrigens gemäß dem Name des Eigentümers: Panda Café) fragte, ob wir etwas von der Insel sehen möchten… denn wenn Panda nicht kocht, fährt er Touristen über die ganze Insel 🙂 Geht niemals gut… denkt ihr??? Oh doch, das war mit Abstand die beste Bekanntschaft, die wir machen konnten!

Er erfüllte uns einfach jeden Wunsch und wusste bereits nach dem ersten Tag ziemlich genau, was uns gefällt. Auf die Dinge, die „man gesehen haben muss“ folgten Ausflüge an Orte, welche noch vom großen Touristenansturm verschont blieben. Wir aßen in den schönsten Restaurants, besuchten die hübschesten Tempel, schwammen im „Jungbrunnen“ (wie man schließlich auf jedem der Fotos erkennen kann!), entdeckten versteckte Wasserfälle, relaxten an verhältnismäßig leeren Stränden und genossen die atemberaubende Aussicht inmitten aktiver Vulkane.

Was schon beim Anflug auf Bali ins Auge sticht, ist die sogenannte GWK-Statue. Die Garuda-Wisnu-Kencana-Statue ist inklusive Sockel insgesamt 121 Meter hoch, befindet sich im Süden der Insel und stellt die Gottheit Vishnu auf dem Vogel Garuda dar. Hinduistische Balinesen glauben, das Vishnu der Bewahrer und Beschützer des Universums ist. Äußerst umstritten bezüglich des Baus, der Bedeutung und des Sinns wurde das Denkmal im Sommer 2018 nach 25 Jahren Bauzeit fertiggestellt – Kosten: 26 Millionen Euro! Fazit: Kann man besuchen, muss man aber nicht 🙂

Um einiges schöner ist der Uluwatu-Tempel. Beim Blick von der Steilküste tauchen wir in Friedas kleinen Kosmos ein und sehen weit draußen, hoch oben auf den weißen Wolken duzende Elefanten, Eisbären und Pinguine mit rot-weiß gestreiften Halstüchern… was für eine zauberhafte Welt 🙂

Ein kleines Gefühl von Abenteuer entstand auf der „Suche nach dem versteckten Wasserfall“.

Da alle drei Dinge 🙂 von jedem Reisegruppen-Mitglied beherzigt und eingehalten werden konnten (Punkt drei rührt daher, dass Frauen während dieser Zeit als “unrein” gelten… ja, man kann darüber schmunzeln, sollte dennoch so respektvoll sein und sich daran halten oder einfach gegenüber Einheimischen nicht darüber sprechen… keine Angst, es wird nicht kontrolliert und es gibt auch, entgegen kursierender Gerüchte, keinen “Wächter mit speziellem Riecher”), kamen wir nach einer kleinen Dschungeltour, gefühlten 300 Stufen, sowie einer knietiefen Flussdurchquerung gemeinsam am Wasserfall an.

Einen kleinen Einblick in die balinesische Kultur und das ursprüngliche Leben bekamen wir im Penglipuran Village. Der Tradition nach leben die Familien hier in einer Art kleinen Gemeinde, umgeben von Mauern, Tempeln und Schreinen. Die Anzahl der jeweils zugehörigen Männer und Frauen ist am Eingangstor auf einer Tafel vermerkt. Der Mittelpunkt und mit Abstand das prunkvollste Gebäude der kleinen, abgegrenzten Grundstücke ist das „Honeymoon-House“…hier schläft das frisch vermählte Brautpaar vom Zeitpunkt der Hochzeitsnacht bis zur Gewissheit, dass Nachwuchs gezeugt wurde. Von einer dauerhaften, typisch deutschen Fernbeziehung mit der Einstellung „Ach… Kinder…puuh…vielleicht in ein paar Jahren oder gar nicht“ sind die Menschen hier definitiv weit entfernt! In Kulturkreisen wie diesem hat das „Konstrukt Familie“ einfach einen komplett anderen Stellenwert und steht, zusammen mit dem Glauben, über allem…

Hier wird noch traditionell gekocht…
Bali und die Reisfelder… Bereits während unserer ersten „Begegnung“ in China verliebten wir uns in diese Landschaften! Für uns gibt es kein leuchtenderes Grün und keine schönere Art Lebensmittel anzubauen. Wahrscheinlich werden wir uns nie satt sehen können…

Auch in den nächsten Tagen gibt unser Panda einfach alles, um uns sämtliche Facetten seiner geliebten Heimat zu zeigen. Sein Vorschlag, heiße Quellen im Norden der Insel, inmitten der Vulkane zu besuchen, traf genau unseren Geschmack. Um ehrlich zu sein, rechneten wir mit dem ultimativen Rambo-Abenteuer… dreckige Schlammquellen irgendwo tief im Dschungel… an welchen durstige Blutekel und hungrige, zähnefletschende Riesen-Monster-Moskitos auf uns warten… ja, genau so war unsere Vorstellung! Dass wir allerdings im Norden der Insel, zwischen den Vulkanen an einem wunderschönen See ankommen werden und ein wahres Wohlfühl-Paradies vorfinden, ahnte keiner von uns! Es war der absolute Wahnsinn und hat uns alle komplett überrascht! Umso schöner war dieses Erlebnis!

Letztendlich können wir mit Stolz behaupten, dass Bali uns, trotz der unendlich vielen vorangegangen Erlebnisse und Eindrücke, komplett überrascht und richtig gut gefallen hat! Nach über fünf Monaten, in welchen wir einige der schönsten und beeindruckendsten Orte weltweit sehen durften, ist das keinesfalls selbstverständlich für uns und wir sind nach wie vor total dankbar dafür. Wir wissen nie, wie wir auf neue Orte reagieren… auch wir werden müde, müssen uns den wundervollen Zauber des Reisens ab und an neu erkämpfen und dürfen die Realität nicht aus den Augen verlieren. Durch die gemeinsame Zeit mit Freunden werden wir für einen kurzen Moment aus unserem mittlerweile alltäglichem “Weltenbummler-Dasein” ein Stück weit zurück in die Heimat geholt. Dieses Gefühl ist genauso wundervoll wie auch schmerzhaft… es tut in den Moment weh, in welchen wir mit Tränen in den Augen am Flughafen stehen und uns wieder verabschieden. Genau dann rückt unser zu Hause, welches eben noch greifbar war, wieder in weite Ferne. Diesen Moment haben wir während unserer Reise dreimal durchlebt… und es hat uns den Weg gezeigt! Das Reisen wird uns immer begleiten aber auf was es wirklich ankommt… das ist die Liebe, der Blick für die besonderen Dinge im Leben und Zeit für die Menschen zu investieren, welche dir wirklich am Herzen liegen! Wir bedanken uns für die wunderschöne Zeit!

“Glück ist, Zeit mit Menschen zu verbringen, die aus einem ganz normalen Tag etwas ganz besonderes machen.”