Unsere Trekkingtour zum Inle See

Unsere Trekkingtour zum Inle See

Nachdem wir uns in die Tempelstadt Bagan verliebt hatten und schweren Herzens Abschied nahmen, stürzten wir uns direkt in das nächste Abenteuer. Auf der Suche nach weiteren schönen Orten und Erlebnissen in Myanmar, lasen wir von einer Trekkingtour zum Inle See… und da der See ohnehin Teil unserer Reiseroute sein sollte – warum eigentlich nicht dahin laufen…? Der Inle See ist der zweitgrößte See des Landes und liegt im Zentrum Myanmars, inmitten der Shan-Hügel, ungefähr 880 Meter über dem Meeresspiegel. Er hat eine Fläche von circa 115 Quadratkilometern und eine mittlere Tiefe von gerade einmal 1,50 Meter. Genug Wasser für die berühmten, einbeinig rudernden Fischer und ein weiteres “Muss” für jeden, der dieses Land besucht. Also warum den einfachen Weg wählen und direkt zum See fahren, wenn man auch dahin laufen kann? …Wir2Weltenbummler eben… 🙂

Startpunkt war das 50 Kilometer entfernte Örtchen Kalaw. Geplant hatten wir zwei Tage wandern mit einer Übernachtung im Kloster. Es hätte auch die Option drei Tage/ zwei Nächte gegeben aber wie ihr wisst, sind wir aufgrund diverser Erfahrungen etwas vorsichtig geworden – also reichte uns dieses Mal eine einzige abenteuerliche Nacht ohne Bett und waschen und ähnlichen nebensächlichen Dingen. Wir verbrachten also die nächsten 30 Stunden zusammen mit unserem Guide Julie, einem weiteren Deutschen, Thomas, und zwei israelischen Mädchen, Thalia und Nitsan. Angenehmer hätte unsere kleine Gruppe tatsächlich nicht sein können. Julie war eine typische Birmesin, bescheiden, schüchtern und sehr angenehm in ihrem Wesen. Auch unser deutscher Freund, obwohl wir „Landsleute“ im Urlaub ungefähr so mögen wie juckende Moskitostiche, war eine gute Reisebegleitung. Und die zwei Israelis faszinierten uns sowieso von Anfang an. Nicht nur, weil uns das Land damals schon komplett begeisterte, sondern weil hinter den jungen Jüdinnen einfach so viel spannende Geschichte steht. Nitsan, zum Beispiel, besitzt deutsche, britische und marokkanische Vorfahren, hat gerade ihren zweijährigen Militärdienst hinter sich gebracht (welchen übrigens jeder Israeli machen muss!) und möchte jetzt erst einmal vier Monate durch die Welt reisen. Habt ihr gewusst, dass israelische Staatsangehörige auch heute noch nicht in das muslimische Indonesien einreisen dürfen??? Wir schreiben das Jahr 2018! Das ist doch echt verrückt oder? In solchen Momenten halten wir uns gern vor Augen, wie glücklich wir als Deutsche eigentlich sein können. Wir haben alle Freiheiten und können immer reisen… wann und wohin wir wollen, brauchen teilweise nicht einmal ein Visum und sind nahezu überall herzlich willkommen…

Zu schade, dass wir das alles in unserem Wohlstand, unserer Selbstverständlichkeit und unter unserer Käseglocke so oft vergessen…

Aber zurück zur Trekkingtour 🙂 …die nämlich wirklich mega schön und entspannt war. Während der ersten Stunden liefen wir größtenteils durch Chili-, Auberginen- und Knoblauchplantagen.

Knoblauchanbau – Myanmar Style

Hier, im Hinterland ist unsere gesuchte Ursprünglichkeit zu Hause. Die Menschen bewirtschaften ihre Felder und verarbeiten alle Rohstoffe per Hand. Das alles zu sehen und zu erleben ist wirklich verrückt! Wir können uns nicht einmal ansatzweise in diese Lebensweise hinein versetzen… wahrscheinlich hätten wir dann 200 Jahre eher leben müssen. Was für uns unvorstellbar ist, machen diese Menschen hier noch mit voller Überzeugung! Manchmal fragen wir uns, ob sie sich annähernd vorstellen können, wie ein normaler Europäer überhaupt lebt…? Im nächsten Moment sagen wir uns aber… vielleicht ist es doch besser, wenn sie von all’ dem KEINEN BLASSEN SCHIMMER haben! Wir haben das Gefühl, dass es den Menschen hier gut geht. Ausnahmslos jeder begegnet uns mit einem Lächeln… Es ist alles gut so wie es ist!

Büffel – Badetag!

Beim wandern durch die schönsten Berglandschaften Myanmars wird nach und nach jeder in unserer kleinen Gruppe immer stiller, sodass unsere Tour schon fast meditative Wirkung hat… wir laufen alle hintereinander über die schmalen Wege und Pfade, jeder ist mit sich selbst beschäftigt, denkt wahrscheinlich über hunderte Dinge nach, macht sich Gedanken über Gott und die Welt… und manchmal lassen uns die an den Rändern wachsenden Weihnachtssterne (die übrigens natürlicherweise an riesigen Sträuchern und Bäumen wachsen) sogar ein wenig an die heimische Weihnachtszeit erinnern 🙂 

Gegen Abend kommen wir, gefühlt mitten im Nirgendwo des birmesischen Berglandes, an einem Kloster an. Neben ungefähr 30 Katzen lebten hier noch 12 Novizen, also kleine Jungen, welche einmal Mönche werden möchten und deren Lehrer, also die, die schon Mönche sind 🙂 

Julie führt uns durch das Nachtquartier… was bei drei wichtigen Örtlichkeiten – wir nennen sie der Einfachheit halber „Esszimmer, Schlafzimmer und Bad“ – schnell getan ist. Es ist eines der typischen Klöster Myanmars. Diese Bauten sind größtenteils aus Holz und stehen auf Stelzen. Das Erdgeschoss wird aufgrund der Temperaturen, welche hier oben mitunter bis auf den Gefrierpunkt sinken, und der ganzen kleinen Tierchen kaum genutzt. Hier spielt sich alles im Obergeschoss ab. Vorstellen muss man sich das wie einen großen, leeren Dachboden mit einer Ecke voller Buddha-Statuen. Nur dass dieser hier nicht als Abstellfläche, sondern als kompletter, vollwertiger Lebensraum genutzt wird. Die Mönche (oder die, die es einmal werden wollen) schlafen, meditieren, lernen, spielen und essen hier. Es gibt keine Möbel und es erinnert rein gar nichts an ein zu Hause, wie wir es kennen… aber das ist hier DAS WAHRE LEBEN und völlig normal! 

Glücklich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht.

Auch die Toiletten lassen wieder jedes einzelne Haar am Körper einzeln aufstellen. Wir haben ja mittlerweile gar nichts mehr gegen diese einfachen ebenerdigen Toilettenschüsseln… im Gegenteil, meist sind die sowieso hygienischer! Aber wenn wir die Schüssel vor lauter Dreck nicht mehr erkennen, der Gestank uns die Tränen in die Augen treibt und die Spinnen in diesen Buden so groß sind, dass wir selbst kaum noch rein passen… dann ist das schon sehr hart!

Stellt euch doch einfach einmal vor, ihr müsst vor dem Schlafengehen noch einmal auf die Toilette… wie es die Gewohnheit eben so mit sich bringt. Es ist stockfinster, denn Strom gibt es hier nicht und der Generator wird spätestens um 20 Uhr abgeschaltet! Also… ihr müsst noch immer dringend auf Toilette! Dann geht ihr, bewaffnet mit der Handy-Taschenlampe über den dunklen Hof, auf eines dieser Dinger da oben! Unsere Wahl fiel übrigens auf das zweite von rechts… Gerüchten zufolge sollte das „das Beste“ sein! Du gehst also rein, ignorierst mit all’ deinem Mut schon die kleinen Krabbeltiere und den Gestank, versuchst dich irgendwie so dünn es geht zu machen, um bloß die Wände nicht zu berühren, hälst die Luft an, hockst dich langsam hin, leuchtest aus purem Leichtsinn alle Ecken der Reihe nach aus und auf einmal… sitzt dort eine Spinne so groß wie dein eben benutzter Suppenteller!!! Dein Körper vergisst in dem Moment ALLE Bedürfnisse, will nur noch raus aus diesem Loch! Mit einem Puls von 300 nimmst du deine Beine in die Hand und springst! Blöd nur… wenn die so schon durch „herbe Verluste“ gestrafte Hälfte von uns während dieses Überlebenskampfes WIEDER das Telefon (wir erinnern, wir haben nach der Bootsfahrt nur noch eins!) fallen lässt und es fast im Gülleabfluss versenkt – da wird es selbst in der besten Ehe durchaus auch einmal laut! 🙂 Nach dieser Aktion blieben auf jeden Fall alle wichtigen Dinge, welche kaputt gehen könnten, bis auf weiteres in der Obhut der anderen 50 Prozent 🙂 🙂 🙂 Und wir haben uns ab diesem Zeitpunkt gegen die Nutzung der Toiletten entschieden… so ein dunkler Wald ist doch auch wunderschön 🙂

Geschlafen haben wir im übrigen in diesem Nachtlager – wie die Ölsardinen – zu fünft – in unserer kleinen Gruppe. Könntet ihr euch etwas Gemütlicheres vorstellen?

Auf jeden Fall wird diese Nacht zum 35. Geburtstag wohl immer unvergessen bleiben!

Ungewaschen, mit müden, dicken Augen, bis oben warm eingepackt und mit muffigen Decken bis zum Hals bedeckt zwischen zwei Israelis und einem Deutschen morgens im Kloster wach zu werden, ist definitiv nicht die beste Option für ausschweifende Geburtstagsglückwünsche 🙂 ABER wir können immerhin behaupten, dass es SPEZIELL war! Es ist schon eine kleine Herausforderung, nur mit Blicken zu gratulieren, jegliche körperliche Nähe zu unterdrücken und unser kleines Geheimnis für uns zu behalten. Das schien uns das einzig Angemessene in einem Kloster. Außerdem hatten wir uns versprochen, keine extra Geschenke auf Weltreise zu machen… und daran hielten wir uns auch. Immerhin beschenken wir uns seit über zwei Monaten täglich mit den tollsten Erlebnissen… und auch an diesem besonderen Tag warteten noch richtig viele wunderschöne Eindrücke auf uns…

Der Abschluss unserer Trekkingtour, eine der typischen Bootsfahrten, zeigte uns die Schönheit des Inle Sees. Nach den 35 Kilometern zu Fuß, war das wirklich das Allergrößte und wir wussten jetzt schon, dass sich der Weg gelohnt hat. Es offenbarte sich eine weitere wunderschöne Landschaft Myanmars. Wir können nur immer wieder betonen, wie toll dieses Land ist. Schwimmende Dörfer, Märkte, Gärten und diese einzigartigen Fischer machen den See zu etwas ganz Besonderem.

So verbrachten wir noch zwei weitere wunderschöne Tage in dieser Region, genossen die Zeit und hielten uns einmal wieder bewusst vor Augen, was wir eigentlich seit über zwei Monaten tun… nämlich nur das, was wir wollen und was uns gefällt! Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr und muss sich den Blick erst wieder frei kämpfen! Jene Zeiten, in welchen wir vergessen wie gut es uns eigentlich geht! Komischerweise gibt es diese Phasen in allen Lebenslagen… selbst am anderen Ende der Welt. Aber nach zwei birmesischen Bier wissen auch Wir2 wieder, dass es uns richtig gut geht und dass wir uns derzeit einen Lebenstraum erfüllen! DAS IST EIN WIRKLICH TOLLES GEFÜHL 🙂

Unser romantischstes Candle-Light-Dinner aller Zeiten 🙂 08.12.2018

Es sind die kleinen Dinge, die du schätzen musst… die für jeden selbstverständlich sind. Dann wirst du glücklich sein.
Unsere ersten Tage in Myanmar

Unsere ersten Tage in Myanmar

Myanmar… hört sich der Name allein nicht schon mystisch und abenteuerlich an? Uns hat dieses Land von Anfang an extrem fasziniert, wodurch es auch fester Bestandteil der Reiseroute wurde. Auf die Frage „Warum?“ haben wir ehrlich gesagt keine wirklich sinnvolle Antwort. Es ist wieder einmal so ein gemeinsames Bauchgefühl und zugleich Herzensangelegenheit. Das Land weckt das Fernweh in uns, trägt etwas Fremdes, noch Unentdecktes in sich, beinhaltet Ungewissheit, Neugierde und einfach Lust auf mehr… Vielleicht erwarten wir hier eines der ursprünglichsten aller südostasiatischen Länder, die wenigsten Touristen und den tiefsten Einblick in das „wahre und wirkliche“ Asien.

Myanmar, auch Birma (deutsche Bezeichnung) oder Burma (englischer Name) erlangte erst im Januar 1948 die Unabhängigkeit. Nach jahrelanger britischer Kolonialherrschaft und katastrophaler Zerstörung durch erbitterte Kämpfe des Vereinigten Königreichs gegen die Japaner im 2. Weltkrieg, wurde das Land im Anschluss zur Militärregierung und bekam erst 2011 einen zivilen Präsidenten als Staatsoberhaupt. Die heutige Republik ist durchzogen von alten Strukturen und kämpft Tag für Tag für die Umsetzung der neuen demokratischen Regierungsformen. Wir selbst merken nichts davon, wir erfahren lediglich die wundervolle birmesische Gastfreundschaft und den wahnsinnig traurigen Kampf um das Geld der Touristen. Auf uns wirkt Mandalay, als die zweitgrößte Metropole des Landes, wie eine Mischung aus dem chaotischen Delhi und dem sympathischen Durcheinander Hanois… und ja, an manchen Ecken könnte sie tatsächlich schon als moderne Kleinstadt Thailands durchgehen. Traditionelle Holzhütten wechseln sich mit immer moderner werdenden Shopping-Malls ab.

Myanmar ist sichtlich in Umbruch-Stimmung. Die Menschen wollen raus aus ihrer gewohnten Umgebung, wollen lernen, wollen mehr als ihr zu Hause sehen und möchten die Welt zu Gast in ihrer Heimat. Wir, als Europäer, werden von der jungen Generation begutachtet, beobachtet und manchmal sogar angesprochen. Was mit einem schüchternen Lächeln beginnt, endet nicht selten mit einem Gruppenfoto oder einem Interview, inklusive Tonmittschnitt, auf Englisch… Die jungen Birmesen möchten die „Fremden“ kennenlernen, mit ihnen kommunizieren, ihre natürliche Schüchternheit (die wir eigentlich besonders mögen und schätzen) ablegen und neue Sprachen lernen …und das alles auf eine unglaublich sympathische Art und Weise 🙂

 

Aufgrund der über 130 verschiedenen Ethnien und Bevölkerungsgruppen, von welchen einige zunehmend Autonomie und Unabhängigkeit beanspruchen, gibt es noch heute bewaffnete Kämpfe. Aus den Reihen der Buddhisten werden Hasstiraden geschürt, welche das noch immer unterschwellig regierende Militär begrüßt und mittels Gewalt blutig umsetzt.

Erst im März 2018 schrieb der Tagesspiegel einen Artikel mit der Überschrift:

„Buddhistische Mönche befeuern Hass gegen Muslime“

Sind Probleme wie diese in der heutigen Welt tatsächlich allgegenwärtig?

“Geschätzte fünf Prozent der 53 Millionen Einwohner Myanmars sind Muslime. Ein Teil von ihnen gehört zur Volksgruppe der Rohingya, die vergangenes Jahr in der Provinz Rakhaing zu hunderttausenden vertrieben wurden, tausende wurden vergewaltigt und ermordet. Aber auch in Rangun, 400 Kilometer südöstlich der Schauplätze dieser Taten, materialisiert sich der Hass. Zwei Koranschulen wurden auf Druck radikaler Buddhisten von der Polizei geschlossen, offizielle Begründung: Man könne die Sicherheit der Schüler nicht länger gewährleisten. In einem anderen Viertel suchte ein buddhistischer Mob nach Rohingya, die angeblich nach Rangun geflüchtet seien und sich hier versteckt hielten. Als die Männer keine fanden, griffen sie wahllos Muslime aus der Nachbarschaft an. In allen Fällen waren Mönche beteiligt.”

„Gilt der Buddhismus nicht als die friedlichste und sanfteste aller Religionen, als Lehre der Harmonie und inneren Ausgeglichenheit? Wie kann es sein, dass strenggläubige Buddhisten in Myanmar derart intolerant sind – und in ihrer Hetze offenbar dieselben Argumente benutzen wie deutsche Islamhasser?“ (Quelle: Tagesspiegel)

Was bewegt die Menschen mit diesem religiösen Hintergrund zu Meinungen und Taten wie diesen? Ist es die Angst erneuter Unterdrückung und neuer Ausübung von Zwang? Doch warum wird dann genau das gegenüber „Andersdenkenden“ wieder ausgeübt? Thomas Hobbes sagte einmal „Der Mensch ist des Menschen Wolf“ …Sollte er damit recht behalten? Wahrscheinlich könnten wir uns noch hunderte solcher Fragen stellen und würden trotzdem niemals eine verständliche und für uns zufriedenstellende Antwort finden…

Der Kampf gegen muslimische Minderheit wurde weitestgehend an die Landesgrenzen verdrängt. Jene Grenzen, wo unbeteiligten Dritten der Zutritt komplett verwehrt wird. Keine Touristen, keine Beobachter, nicht einmal Helfer können sich ein Bild vor Ort machen! Aber was kann der große, der unschuldige Teil der Bevölkerung für das Verhalten Einzelner oder das des Staates? Richtig, rein gar nichts! Das Land hat unserer Meinung nach dennoch eine Chance verdient! Und deswegen sind wir trotzdem sehr neugierig und freuen uns auf die nächsten Wochen.

Da nahezu 88 Prozent der Bevölkerung buddhistischen Glaubens sind, besitzt Myanmar einige der bedeutendsten Bauten dieser Religion. Ehrlich gesagt, haben wir bereits am zweiten Tag aufgehört zu zählen. Wo der Blick in Mandalay, unserem Ausgangspunkt, auch hinging… überall ragen kleine und große, weiße und goldene Türmchen gen Himmel. Bezüglich der genauen und detaillierten Unterschiede zwischen Tempel, Pagoden, Klöstern und Stupas scheiden sich die Geister. Kann man die einen betreten und andere wiederum nur von außen bestaunen, dienen manche der Lehre aber fast alle der Behausung von Buddha-Statuen und Reliquien. Für uns ist dieser Glaube seit unserer ersten Asienreise etwas ganz Besonderes! Und eins steht fest… Man kann sich niemals genug Buddhas anschauen! 🙂 🙂 🙂

Ziel des buddhistischen Glaubens ist die Entfaltung des eigenen Geistes. Durch Selbständigkeit und Eigenverantwortung kann jeder Mensch zu dieser „Erleuchtung“ gelangen. Einer der Grundsätze dieser Religion (neben der Wiedergeburt) ist der Glaube an das Karma. Das heißt, dass wir mit unserem Verhalten in diesem Leben über unser nächstes entscheiden. Wer also im Leben viel Gutes tut, erlangt ein gutes Karma und darf auf ein schönes neues Leben als Mensch hoffen. 

„Der Buddhismus ist die Lehre von Siddharta Gautama. Er kam als Hindu zur Welt. Später beobachtete er, dass alle Menschen auf der Welt leiden. Manche, weil sie krank, arm oder einsam sind, andere, weil sie ein schlimmes Schicksal verkraften müssen. Aber auch gesunde, reiche und vom Schicksal verwöhnte Menschen sind von Unzufriedenheit oder sogar Neid, Gier oder Hass geplagt.

Siddharta versank tief in seinen Gedanken. In dieser Meditation fand er nach buddhistischem Glauben einen Weg, sich von allem Leid zu befreien. Er führte ein bescheidenes Leben, bescherte seinen Mitmenschen nur Freude und Gutes und betrachtete alle Menschen und Dinge ohne sie in irgendeiner Form zu bewerten. Das führte ihn zur wahren Erkenntnis aller Dinge. Damit war er der Buddha. Buddha heißt „der Erleuchtete“.”

Selbst die jungen Mönche brauchen ihre Andenken 🙂

Mit dem Tuktuk oder Taxi lässt sich in und um Mandalay alles recht entspannt erkunden. Ein paar Eindrücke davon könnt ihr hier sehen:

Die Sicht vom Mandalay Hill

Auch die wissen schon, wie man den Touristen das Geld aus der Tasche zieht!

Und auch sie weiß es leider schon… Lächeln (wenn man das als solches bezeichnen will) gegen Foto!

Einer der umstrittensten Orte der Stadt ist der Mandalay Palace. Der ehemals vollständig aus Holz errichtete Königspalast brannte 1945 komplett nieder. In den 90er Jahren begann das Land mit dem Wiederaufbau, siedelte dafür tausende Familien um, riss deren Häuser ab und befahl Zwangsarbeit. Heute sehen wir neue Palastbauten mit Wellblechdächern… ohne den alten Charme.

 

Extrem beeindruckend, nur leider auch Touristenattraktion, ist das Mahagandayon Kloster in Amarapura. Hier leben hunderte Mönche um die Lehre Buddhas zu studieren.

Während unzählige Touristen bei der täglichen Essens-Zeremonie zuschauen und hemmungslos, ohne Sinn und Verstand, jeden Happen der Gläubigen durch die Fenster des Speiseraums fotografieren, schlendern wir durch das riesengroße Areal der Klosterschule.

Die Stimmung ist unglaublich beruhigend, wir könnten das alles stundenlang beobachten und würden es noch immer wahnsinnig interessant finden 🙂

Getreu dem Motto „Einmal Touri-Tour muss sein…“, fuhren wir auch nach Inwa. Das ist eine Art künstlich, durch Kanäle erzeugte Insel, auf welche man mittels eines kleinen Bootes gelangt.

 

In unseren Köpfen hatten wir die Vorstellung, dort gemütlich herumzulaufen und uns ein paar schöne Tempel und Klöster anzuschauen… wie gesagt, in unseren Köpfen hat das alles Sinn gemacht 🙂 Kaum am anderen Ufer angekommen, wurden wir schon von den ersten Damen und ihrer „Ware“ belagert… Bücher, Schmuck und Postkarten liegen hier ganz hoch im Trend! Ok, diese Challenge meisterten wir mit Ignoranz – was uns wirklich missfällt, aber das grenzte schon an betteln und aggressive Verkaufstaktiken! Gleich darauf folgte Challenge Nummer zwei. Denn auf einer Strecke von ungefähr 400 Metern standen gefühlte 10.000 Pferdekutschen bereit für neue Touristen. Doch mit eisernem Willen schafften wir es auch hier durch… vorerst! …bis wir feststellten, dass die Klöster und Tempel auf einem 10 Kilometer langen Rundweg liegen! Gute Planung ist eben wirklich alles 🙂 

Im nächsten Moment saßen wir auch schon in einer der klapprigen, nennen wir es Holzgestelle, da uns einer der Kutscher (in weiser Voraussicht) gefolgt ist und uns einsammelte 🙂

Es ist doch immer wieder schön, wenn wir über uns selbst lachen können 🙂 Und wer uns kennt, weiß, dass Pferde genau unser Ding sind! Es gibt eben Tage, an welchen wir einfach NICHTS auslassen 🙂 Dennoch hat sich die Tour gelohnt und wir hatten einen tollen Tag.

Der krönende Abschluss unserer Zeit in Mandalay galt der berühmt berüchtigten U-Bein-Brücke. Erbaut um 1850 ist sie mit einer Länge von 1,2 Kilometern die älteste und längste Teakholz-Brücke weltweit. Den Namen verdankt der heute noch rege genutzte Fußgängerübergang dem damaligen Bürgermeister und Auftraggeber U Bein. Leider mussten mittlerweile einige der über 1000 Holzpfähle durch Betonpfeiler ersetzt werden, wodurch der Charme mancherorts etwas getrübt wird… für uns ist es, trotz zahlreicher Besucher, dennoch eines der Highlights… inklusive einem wundervollen Sonnenuntergang.

Der vierte Tag unserer Myanmar-Tour führte uns weiter Richtung Süden. Wir möchten in die alte Königsstadt Bagan, eine der größten archäologischen Stätten Südostasiens. Unser dafür gewähltes Transportmittel: das Boot!

Also das weiße, hinter dem verdreckten Anleger, war unser Boot 🙂

Wir schreiben Sonntag, den 1. Advent, gehen morgens um 6:30 Uhr an Bord, nehmen unsere Liegestühle auf dem Sonnendeck ein und suchen uns schon einmal die bequemste Position für die nächsten 10 Stunden… Es heißt doch: „Eine Seefahrt, die ist lustig…“ – das war sie tatsächlich… bei schönstem Sonnenschein tuckerten wir an tollen Kulissen vorbei und genossen die entspannte Fahrt… bis zu diesem einen Moment!!!

Dieser eine Moment… wenn dein iPhone aus der Hosentasche fällt, im Anschluss direkt vom Stuhl durch das Geländer rutscht, auf dem Unterdeck abprallt, du nur noch hörst und im Augenwinkel siehst wie es ins Wasser plumpst und in der braunen Brühe des Ayeyarwaddy-Rivers für immer verschwindet.

Wie fühlt man sich in dieser Sekunde? …wenn du realisiert, dass deine gesamte Persönlichkeit in Form deines Smartphones gerade über Bord gegangen ist? Wir können es euch sagen! RICHTIG, RICHTIG MISERABEL UND BESCHISSEN! Ja, es ist NUR ein Telefon! Das reden wir uns für die nächste Stunden auch permanent ein… aber es beinhaltete eben auch viele Erinnerungen und Daten. Und glaubt uns… da kann schon mal die ein oder andere Träne fließen. Aber wie sagte eine unserer Mamas so schön: „Jetzt können wenigstens die Fische telefonieren! Hauptsache euch geht‘s gut!“ 🙂 Und sie hat sowas von recht! Auch wenn der wirklich tiefsitzende Schmerz für eine von uns noch ein paar Tage anhalten wird, können wir behaupten, die wohl teuerste Bootstour Myanmars erlebt zu haben 🙂

Im Grunde reichte aber eine kleine Tour durch Bagan auf unserem E-Scooter schon, um diese Verlust fast zu vergessen… die Stadt mit ihren über 2000 Tempeln und Pagoden ist der absolute Wahnsinn! Auf einer Fläche von ungefähr 40 Quadratkilometern cruisen wir drei Tage lang über Straßen, sandige Wege und Pfade, vorbei an hunderten großen und kleinen jahrtausendealten Bauwerken. Es fühlt sich irgendwie frei an, wir können uns gar nicht satt sehen und sind einfach nur glücklich.

Die absolute Liebe zu Bagan entstand allerdings eines morgens zwischen 06:45 Uhr und 07:30 Uhr 🙂 irgendwo auf einer kleinen Pagode inmitten der historischen Königsstadt.

 

Müssen wir bezüglich dieses Liebesgeständnisses noch irgendetwas erklären…???

DAS gehört auf jeden Fall in die Sparte „beeindruckendste Erlebnisse unserer Weltreise“! Es war noch stockdunkel als wir gegen 5 Uhr mit dem Roller am Hotel starteten und uns einen Weg über spärlich beleuchtete Straßen oder jene, die es mal werden wollen, zu einer der letzten, noch besteigbaren Pagoden suchten. Jaaaa… ein bisschen Leichtsinn muss sein… zumal Helm hier auch keine Option ist! Dank der Hilfe eines Einheimischen haben wir tatsächlich eine kleine Pagode, von welcher wir eine richtig gute Aussicht hatten, gefunden. Gegen 06:15 Uhr zeigen sich die ersten roten, gelben und orangenen Farbtöne der aufgehenden Sonne. Allein dieser Zeitpunkt ist bereits ein unglaubliches Erlebnis.

Doch all’ das wird in Bagan noch getoppt! Jeden Morgen, mit Sonnenaufgang um 06:30 Uhr, beginnen die Heißluftballons aus dem noch leicht nebligen Tal langsam in den Himmel über Bagan zu steigen.

Wir wußten, das es toll werden wird, da diese Bilder zu Haufe um die Welt gehen… ABER wir hätten niemals gedacht, dass es so unglaublich wunderschön ist! Das alles selbst zu erleben und zu sehen ist so großartig! Wir sind so dankbar für diese Eindrücke und lassen einfach die Bilder sprechen…

Schweren Herzens verlassen wir dieses einzigartige Reich der Tempel und Pagoden nach vier Tagen und ziehen weiter. Im Gepäck: Erinnerungen, die nie vergehen…