Im Nachhinein müssen wir leider sagen… die vier Tage Sydney hätten echt nicht sein müssen! Der Grund dafür ist aber keinesfalls, dass es nicht schön war oder sich nicht gelohnt hat! …sondern einfach nur deswegen, weil die Zeit viel, viel zu kurz war! Es ist eigentlich eine Beleidigung gegenüber einem Land… ach was reden wir… gegenüber diesem ganzen Kontinent, nur eine so kurze Zeit zu bleiben. Leider war dieser Zwischenstopp schon lange geplant… keine Ahnung was wir uns dabei gedacht haben! Auf jeden Fall war alles nötige gebucht, sodass wir nur noch wenig Spielraum für Änderungen hatten… zumindest ohne den Großteil der Ausgaben sinnlos verballert zu haben.

Fest stand, dass auf Bali Neuseeland folgen sollte. Die Direktflüge hier sind sehr übersichtlich – es gibt nämlich keine nach Christchurch! Erst dadurch kam uns überhaupt die Idee, noch für eine knappe Woche in Sydney zu bleiben… wir hätten eh hier zwischenlanden müssen! Also nahmen wir diese Kurve noch mit und buchten schonmal alle Flüge weit im Voraus… was zwar aufgrund des Preises schlau ist, aber die Flexibilität enorm einschränkt… so gesehen waren wir hier doch nicht die Füchse, wie wir es uns erhofft hatten – bestes Beispiel dafür ist eine kleine Anekdote aus Bali 🙂

„Immer, wenn der Mensch anfängt, seine Zukunft zu planen, fällt das Schicksal im Hintergrund lachend vom Stuhl.“

Hier hatten wir die Situation, dass unsere lieben Freunde länger auf der Insel bleiben sollten als wir! Wir überlegten bis zum letzten Tag, ob wir die ursprünglichen Flüge verfallen lassen, neu buchen und zwei Tage später fliegen… denn umbuchen war aufgrund der unverschämten Summe – das doppelte des eigentlichen Flugpreises – definitiv nicht drin. Und wer kennt es nicht… unangenehme Entscheidungen, die dazu noch mit Finanzen verbunden sind, werden entweder unter viel Alkoholeinfluss gefällt (den Denkanstoß dazu gab es zumindest schon am ersten Abend) oder so spät wie nur möglich… wobei wir im Nachhinein sagen – es ging darum, zwei Tage länger mit unseren Freunden zu verbringen! – also was soll der Geiz?! 🙂 Der Abreisetag war also gekommen, wir hatten unsere Rucksäcke gepackt, waren mehr oder eher weniger entschlossen abzureisen, saßen im Auto zu einem letzten gemeinsamen Ausflug und entschieden hier und jetzt, im so ziemlich letzten Moment, binnen Sekunden neue Flüge zu buchen! In Zeiten des Smartphones ist die Umsetzung dessen innerhalb einer viertel Stunde erledigt… Zehn Tage Kopf zerbrechen für 15 Minuten stumpfes Handeln!

„Manchmal hat das Schicksal eben einen besseren Plan für uns als den, den wir für den besten hielten!“

Und genau das dachten wir, als am Abend die Mail der Airline kam, dass der Flug zunächst um fast drei Stunden verschoben wird… bevor er letztendlich komplett abgesagt wurde! Wenn es Schicksal wirklich gibt, dann hat es hier beste Arbeit geleistet! Danke 😉

Aber zurück zu Sydney! Wir können auf jeden Fall „mit Stolz“ behaupten, dass Australien uns bereits voller Eifer erwartete… zumindest waren wir aus Sicht des Zolls das Objekt der Begierde auf der Route Bali – Sydney… wie sich später heraus stellte. Recht schnell bemerkten wir, dass uns nach dem Ausstieg aus dem Flugzeug mindestens vier sehr aufmerksame Augen ununterbrochen folgten. Sie ließen uns erst ordnungsgemäß einreisen und in Ruhe unser Gepäck holen… ja, sogar ein Toilettengang war noch drin… erst dann „schnappte die Falle zu“ und wir wurden von zwei uniformierten Damen aus der Masse herausgefischt. Das hieß einmal den kompletten Rucksack auspacken lassen und viele Fragen beantworten! Wer von euch schon einmal Dokumentationen über australische Grenz- beziehungsweise Zollkontrollen gesehen hat, weiß, was das bedeuten kann! Erste Regel: Das korrekte Ausfüllen des Einreisezettels! Aus eigener Erfahrung sollte man hier auch wirklich an jede Nuss, jedes Samenkorn und jedes Krümel Erde in irgendeiner Schuhsohlenritze denken! Aber glücklicherweise waren die Ladies gut gelaunt, drückten beide Augen zu und sahen ein, dass Wir2 „leider“ nicht der erhoffte große Fang des Tages waren… Nachdem unsere Turnschuhe durch die Beamten eine ordnungsgemäße Säuberung erhielten, wurden die Damen zusehends freundlicher, freuten sich über unsere Reiseroute und wünschten uns letztendlich einen angenehmen Aufenthalt in Sydney 🙂

Eingekürzt auf vier Nächte, also nur drei Tage, an welchen wir Zeit für das Land hatten, versuchten wir alle wichtigen Sehenswürdigkeiten „abzuarbeiten“…daraus wurde ein guter Mix aus Stadt und Natur. Den Beginn unserer Tour machte das Wahrzeichen der Stadt – das Opernhaus.

Wir haben versucht, das Gebäude aus jedem Winkel zu betrachten… leider müssen wir feststellen, dass es gar nicht mal so schön ist! Wir haben absolut keine Ahnung, wie die Fotografen das hin bekommen, aber unsere Sichtweisen waren irgendwie die Falschen. Dieses Gebäude gehört auf jeden Fall zu jenen, welche durch die bloße Vorstellung um einiges schöner ist als in der Realität.

Dafür sind andere Eindrücke der Stadt umso schöner! Die Menschen wirken total entspannt und es macht Spaß im Kaffee zu sitzen und einfach nur zu beobachten. Sydney ist unwahrscheinlich grün, freundlich, sauber und abwechslungsreich! Hier ist definitiv für jeden Geschmack etwas dabei.

Sydneys bekanntester Strand – Bondi Beach
Auch die nahegelegenen Blue Mountains haben uns komplett überrascht. Nach nur etwa zwei Stunden Fahrt erreichen wir einen unglaublich schönen Nationalpark. Dschungel, Eukalyptus-Wälder, Flüsse, Wasserfälle, Grand Canyon-artige Gesteinsformationen und die schönsten Wanderstrecken – ach nein… wir haben gelernt, lieber das Wort “hiking” zu verwenden… klingt nämlich viel cooler 🙂 Der Großteil der Blue Mountains wurde zum Weltnaturerbe der UNESCO erklärt. Riesige Eukalyptus-Wälder, aus dessen Blättern das ätherische Eukalyptusöl verdunstet, legen einen feinen Nebel über die Berge und lassen diese in einem leichten Blauton schimmern.

Auch wenn ein halber Tag hier eindeutig viel zu wenig ist, genießen wir die Zeit, laufen durch die Wälder und können kaum realisieren, dass wir in Australien sind…

Das gelingt uns im Übrigen auch am dritten Tag, welchen wir noch einmal in der Stadt verbringen, nicht. Keine Chance, innerhalb von nur wenigen Tagen zu begreifen, wo wir eigentlich sind… dafür ging alles einfach leider viel zu schnell. Wir sind uns jedoch ziemlich sicher, dass wir irgendwann zurück kommen 🙂

Auch wenn wir dieses Motto gegenüber Australien jetzt gerade nicht halten können, freuen wir uns trotzdem hier gewesen zu sein und werden die kommenden Wochen in Neuseeland umso intensiver nutzen! Bald beginnt unser Camperleben… eine völlig andere Art des Reisens, welche wahrscheinlich auch für uns eine Herausforderung in jeglicher Hinsicht werden wird. Mit Australien haben wir uns von Asien verabschiedet und sind wieder in der “westlichen Welt” gelandet… wir sehen es als stückweise Eingewöhnung in Richtung Heimat und sind gespannt auf alles, was wir in den letzten Wochen noch erleben dürfen 🙂